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 Fantasy Geschichte

©Musiccat
Fr März 23, 2018 1:12 pm
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Es ist eine lange Geschichte, aber wer sie wirklich durchliest, der weiss, dass es nicht nur eine Illusion ist....
(nachzulesen mit Hintergrundbildern auf [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

Die Suche nach den verschwundenen Welten

Lange schon saß Lady Michelle da und träumte von einem Reich der Phantasie, welches in den Köpfen der Menschen längst vergessen war. Viele Wege war sie schon geritten auf der Suche nach ihm, doch immer enttäuscht zurückgekehrt in das Land des Lichts, wo sie sich meistens aufhielt, wenn Ihre Traurigkeit über die zunehmenden dunklen Wolken aus den Landen der Finsternis zu groß wurde.
Hier fand sie etwas Trost und wärmte sich am Lagerfeuer der Liebe.
Doch auch hier spürte sie die Schwaden des Dunklen Herrschers der Welt herüberziehen.
Eines Tages deswegen... es begab sich am Morgen, als sie ihren geliebten Gnom Puk, der ihr ständiger Begleiter war, traurig am Frühstückstisch sitzen sah...sie zu ihm sprach: "Lieber Puk, ich sehe Eure Traurigkeit und diese Traurigkeit ist auch in mir. Ich kenne Euer Geheimnis, deswegen lasst uns auf eine letzte Reise gehen, um dem Bösen Einhalt zu gebieten und die verschwundenen Reiche zu finden, wo auch Ihr werdet Rettung finden."
Dem kleinen Gnom, der eigentlich ein recht vergnüglicher Geselle war, begannen die Augen feucht zu werden. Zu lange schon hatte er gehofft auf ihren Reisen, das Land der Elben zu finden, worüber bei seinen Vätern so viel erzählt wurde. Auch hatte sein Vater ihm nahegelegt, dass er der einzige sein wird, der die Prophezeiungen erfüllen kann.
Jetzt überkam ihn neue Hoffnung und seine Augen leuchteten. "Oh, ja Lady Michelle, lasst es uns noch einmal versuchen. Ich bin schon alt an Gnomentagen und ich will es noch ein letztes Mal wagen. Nicht nur wegen mir, denn ich sehe auch Tränen in Euren Augen, weil das Böse in der Welt immer stärker wird und die Liebe und Phantasie in den Menschen verschlingt."
Voller Mut und Hoffnung traten die beiden diese Reise an - eine Reise in die Ungewissheit.

Die Reise

Lange Zeit segelten sie, dieses Mal nach Westen, die letzte der vier Himmelsrichtungen, in die sie noch nicht aufgebrochen waren.
Vorbei an den Haifischinseln und den Piratenbergen, die sie
wohl noch von gelegentlich anlandenden Besuchern her aus Erzählungen kannten.
Während des Abends, wenn das Schiff dem Sonnenuntergang
entgegenfuhr, erzählte Puk Lady Michelle von den Prophezeiungen,
in denen dem Elbenlande ein Schiff zugesandt werden sollte
zur Befreiung dessen und damit auch zur Wiedergeburt
der Phantasie in den Köpfen und Herzen der Menschen.
Er erzählte auch von der Erschaffung der Welt und Lady Michelle
hörte ihm aufmerksam zu. Des Nachts hatte sie eine Vision.
Am Abend, als das Schiff ruhig dahinglitt sprach sie von der Feuerwelt, die sie gesehen hatte.
Puk schaute Lady Michelle seltsam an, und meinte:

" Ja, Mylady, auch davon wird in den Prophezeiungen gesprochen.
Es soll dort einen großen Herrscher geben, der mithelfen würde
beim Kampf gegen das letzte böse Reich, welches an der Schwelle
der verschwundenen Lande liegt."

Lange saßen sie an dem Abend noch zusammen und schauten auf das Meer.
Immer fragten sie sich, wo dieses Land zu finden sei, welches wohl die erste
Station ihrer Reise sein sollte, wenn man den Prophezeiungen glauben konnte.
Diese waren, wie Puk sagte, in zwei Bänden verfasst und eben mündlich
und auch nur teilweise überliefert.
Diese Nacht träumte Lady Michelle einen seltsam schönen Traum.
Sie erinnerte sich am späten Mittag, nachdem sie ihn immer und immer wieder
aufzurufen sich bemüht hatte, aber nun doch aufgestanden war, nur düster daran.
Es war ein Traum einer Liebe, einer Liebe eines Prinzen, eines Prinzen,
der in ihr Leben fiel wie gerade neu geboren, geboren für ihre Liebe.
Den ganzen Abend konnte sie an nichts anderes mehr denken
und verlor sich in Träumen.
Puk war mit den Erzählungen über die Prophezeiungen
so beschäftigt, dass er Lady Michelles gelegentliche Abwesenheit gar
nicht bemerkte. Erst als er die Nebelberge in seinen Erzählungen
erwähnte, erwachte sie wieder aus ihren Phantasien,
und ein eigenartiges Gefühl der Vertrautheit beschlich sie.
Ihr Herz klopfte auf einmal fürchterlich, doch sie konnte es sich nicht erklären.

Ein paar Tage später träumte Puk von einem Land aus Eis,
wo es wunderbare schnelle Pferde gab, die so schnell waren,
dass sie die Zeit durchreiten konnten.
An einem Morgen, Lady Michelle war heute früher wach als Puk,
sah sie über das blaue Meer und genoss den Zauber in ihrem Inneren,
der sie seit ihrem Traum beherrschte. Als könne sie durch das Meer hindurchschauen
sah sie auf einmal Delphine im Wasser. Erst zwei, doch es wurden immer mehr.
Sie weckte Puk und zeigte in die Tiefe.
Puk lächelte: "Wir haben liebe Begleiter, von jetzt an."

An einem der nächsten Abende, wie viele davon schon vergangen waren,
wusste wohl keiner von beiden mehr, erzählte Puk vom Reich der Toten,
wo das letzte Buch der Prophezeiungen aufbewahrt sein sollte.
Am Tage segelten sie von den Delphinen begleitet weiter und immer weiter
und noch war kein Ende in Sicht. Abends dann erzählte Puk von den Weissagungen.
Er hatte viel von seinen Vätern gelernt, denn er war sich der Verantwortung
bewusst, die auf ihm lag. Schließlich war er der letzte
seines Geschlechts, denn das Geschlecht der Gnome war ausgestorben.
Doch lag hinter allem noch eine viel ältere Geschichte,
die Geschichte seiner Vorfahren vor den Zeiten der Düsternis.
All das sollte im letzten Buch beschrieben sein.
Lady Michelles Visionen des Nachts trugen auch dazu bei,
dass beide immer noch der Hoffnung waren, auf dem rechten Weg zu sein,
denn sie sprach eines Abends über eine Drachenwelt,
welche in ihre Träume geraten sei, die auch in den alten Überlieferungen
als die letzte Hürde zu dem "Land zwischen den Welten"
beschrieben worden war.

"Irgendwann" meint Puk "erwähnte mein Großvater einmal kurz
ein braunes Land, doch welche Bedeutung es hat, ist nicht überliefert.

Nur die Geschichte der sterbenden Elben, wurde oft erzählt,
die sich nur damit zu helfen wussten , die Welten auseinander gleiten zu lassen,
weil das Böse zu stark wurde. Sie weinten dann einsam und vergessen um die Welt.
Zwar waren sie jetzt sicher, vor dem Einfluss des Bösen, doch bei aller Schönheit
des Reiches verließ sie niemals die Traurigkeit über die Menschen in den Welten draußen, da sie doch einmal alles geteilt, und mit den Menschen und Tieren friedlich zusammengelebt hatten. So viele Geschichten zeugen von dieser Vergangenheit."
Puk seufzte: "..... Ach Lady Michelle, Ihr wisst, dass dies auch meine Erlösung wäre."
Sie nahm ihn lieb in den Arm und viele Dinge gingen ihm noch in dieser Nacht
durch den Kopf.

Sie träumte einen unruhigen Traum, wo Farben und Konturen sich ineinander verschlungen, als ob alles sich zusammenwirbelt auf der Suche nach Vereinigung.

"Auf den Dracheninseln war es früher friedlich..."
Der Kleine Puk lehnte sich über die Reling.
" ein Urgroßvater meinte von einem seiner
Vorfahren erfahren zu haben,
daß die Königin selbst das Land der Drachen spaltete, es trennte;
denn sie wollte die Drachen, die sich mit dem Herrscher
des Bösen verbündet hatten, nicht weiter Macht ausüben lassen
auf die Geschöpfe, die friedlich auf ihrem Reich wandelten."



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Fr März 23, 2018 1:19 pm
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Feuerland

Puk war wieder am erzählen, als das Meer in der Abendsonne immer roter wurde.
Der Himmel und alles rundherum war in feurige Farben getaucht. Erstaunt über das Schauspiel dieser Feuerwolken konnten beide die ganze Nacht nicht schlafen. Was hatte dies zu bedeuten, waren sie am ersten Ziel? Am Morgen endlich Land in Sicht, der Anfang der Feuerberge, sie hatten es gewusst... sie waren auf dem richtigen Weg..... Freudig umarmten sie sich, und doch etwas Angst hatten doch beide. Stimmte die Überlieferung? Würden sie hier Hilfe bekommen....
oder würde sie etwas Anderes, nicht Vorausgesagtes erwarten?
"Was ist wenn das Schiff verbrennt in diesem Feuer, wenn wir hindurchfahren?"
Puk schaute die Lady mit großen Augen an. "Ich weiß nicht, ob wir es riskieren sollten, wo doch alles recht ungewiss ist, vor allem auch wegen der Zeit, die seit dem Ursprung der Prophezeiung und heute liegt. Möglicherweise sind dort auch Gefahren und böse Mächte eingezogen, von denen die Großväter nichts wussten. ...Ach wenn wir doch die Bücher der Prophezeiung hätten, würden wir wissen, was zu tun ist."
Lady Michelle streichelte dem Kleinen über das kahle Haupt. "Lass uns mit den Beibooten weiterfahren, Du eins und ich eins, wenn nur eines bleibt, können wir vielleicht irgendwie hierher zurückkehren." Sie segelten also nicht weiter und warfen den Anker.
"Ich fahre voran!" Mutig setzte Puk sich in das kleinere Boot und fuhr los den Wolken aus Feuer entgegen. Lieb lächelnd und ihm zum Abschied noch mal winkend besteigt sie das etwas größere Boot und fährt ihm hinterher. Doch der Wind treibt sie etwas weiter ab und sie sieht die flammenden Wellen an sich vorbeirauschen. Das Schiffchen von Puk verliert sie aus den Augen. Sie sieht sich um, aber die Feuer des Wassers tun dem Boot keinen Schaden. Deswegen hofft sie, dass es ihm ebenso erginge. Plötzlich ist sogar die Luft voller züngelnder Flammen. Ja, sie hat Angst, doch bezwingt sie ihre Angst und rudert weiter.
Bald darauf sieht sie das Feuerland. Vor Schreck erstarrt hält sie inne.

Der Herrscher des Reiches steht vor ihr mit glühenden Augen. Seine Stimme dröhnt:
"Was wollt Ihr hier in meinem Reiche?" Lady Michelle nimmt ihren ganzen Mut zusammen .
"Ich bin auf der Suche nach den verschwundenen Reichen und den Büchern der Prophezeiungen. Es heißt darin, Ihr, Mylord könnet dabei helfen."
Fragend und zitternd schaut sie ihn an.

"Ihr seid in mein Reich eingedrungen! Wieso sollte ich Euch glauben? Also gebet mir einen Vertrauensbeweis!" Seine Stimme klang schon etwas milder. Wo er so sprach wühlte es in ihr, sollte sie den Freund erwähnen, der möglicherweise schon woanders gelandet war in diesem Reich. Vielleicht kannte dieser Herrscher ja jenen Teil der Prophezeiungen, der von dem Gnom handelte. Wie sollte sie ihm einen Beweis erbringen, dass sie ehrlichen Herzens war?
So sprach sie mit zitternder Stimme: "Ich habe meinen Freund den Gnom vorausgesandt, weil wir dachten wenigstens eines der Boote würde nicht im Feuer verbrennen, bitte lasst ihn ziehen und behaltet mich statt dessen gefangen, wenn es so Euer Wunsch sei."
"Ihr seid mutig mein Kind" sprach die Stimme, jetzt eher väterlich. "Folgt mir nach, um Euren Freund kümmert sich schon meine Gemahlin, Ardenia, die Herrscherin des Feuerreiches."

Er nahm sacht das Boot und geleitete Lady Michelle zu den inneren Gefilden, wo sie dann auch Puks Boot stehen sah. Freudig kam er ihr entgegengelaufen und sprudelte über vor lauter Worte. Fast dachte sie, er wäre verzaubert worden, doch er war nur freudig erregt, dass sie die Hilfe bekommen sollten, die sie hier erwartet hatten, so wie es in den Prophezeiungen stand.
Die Herrin des Reiches war wunderschön, Puk mochte sich eines früheren Lebens erinnert haben, als er sagte:
"Lady Michelle, ihr wisst das meine geheime Sehnsucht in einer Frau liegt,
die Lady Ardenia so ähnlich ist..... und...." ... eine Weile überlegt er:
"Sie kennt die Prophezeiung...."

Er war im Süden angelandet und einige Stunden auf Hügeln und Bergen voran geklettert , dann auf rotem Sand an der Küste entlang gewandert bis er an die Feuerburg kam. Dort traf er Lady Ardenia, nicht zufällig natürlich. Sie wusste, wer er war.
Deswegen hieß sie ihn willkommen und er erzählte ihr all unsere Sorge. Er war ja so glücklich. Sie zeigte ihm von der Terrasse aus ihr Reich. "Ja, früher vor vielen Zeiten bestand der ganze Planet nur aus Feuer, doch haben wir dem Wasser Schutz angeboten und dem Winde seine Freiheit. Den Elben boten wir ihr Reich, sowie den Menschen und den Tieren. Doch alles zerstörte der eine Engel des Bösen indem er die Geschöpfe der Erde seinem Willen beugte.
So verschwanden die Welten, die wir gemeinsam erschufen. Die Elben waren zu feinfühlig, um sich gegen das Böse zu wehren, nur die Menschen und die Gnome hätten irgendetwas tun können."
Nachdem die Gastgeber den beiden ein reichliches Mahl am schwimmenden Feuer serviert hatten, wurden noch lange Gespräche geführt über das weitere Unternehmen. Doch schon am nächsten Morgen wollten sie aufbrechen.
Die Zeit drängte. Lady Ardenia verabschiedete sich am nächsten Tag von den Gästen, ganz zum Leid von Puk, der schöne Frauen immer schon mochte…
Lord Arcos küsste zärtlich seine Gemahlin und stach mit ihnen in See.




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Fr März 23, 2018 1:21 pm
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Nebelberge

Wochenlang segelten sie auf unbekannten Meeren und Lord Arcos und Puk freundeten sich an.
Puk liebte es den Lord zu necken und ihm allerlei Streiche zu spielen. Der Lord lächelte immer gütig, wenn er wieder darauf hereingefallen war
und Puk war stolz, dass er, "der Kleine", den "Großen Herrscher" wieder mal an der Nase herumgeführt hatte.
Lady Michelle freute sich, dass die beiden sich so gut verstanden.
Eines Nachts lag sie wieder draußen, um die kühle Abendluft zu genießen, als sie ein sonderbares Gefühl verspürte.
Ihr wurde auf einmal so heiß, obwohl der Wind ging.
Ihr Herz klopfte, als würde es zerspringen.
Daraufhin hörte sie auch schon Puks Ruf: "Laaand..."
Vor ihnen ungefähr eine Tagesreise entfernt lagen die Nebelberge.
Als sie des späten Nachmittags, früher als erwartet in die Nähe kamen, warfen sie Anker und ruderten zum Strand.
Eine Weile rasteten sie am Fuße der Berge, doch Lady Michelle drängte zum Aufbruch.
Lange wanderten sie durch das Land.
"Wo bleibt Ihr Lady Michelle?" rief Puk und schaute zurück.
Ihre Füße schmerzten und ihr war immer noch so heiß.
Sie fühlte tiefe Sehnsucht und wusste nicht wonach.
Sie gingen noch ein Stück weiter um in dem Wald, den sie von weitem sahen, die Nacht zu verbringen.
Als die Sonne fast untergegangen war fanden sie
auch einen geeigneten Rastplatz im Wald, etwas abseits des Weges ließen sie sich nieder.
Lady Michelle konnte zwar nicht schlafen, aber die Ruhe tat ihren Füßen gut.
Früh in der Morgendämmerung brachen sie auf.
Da vor ihnen ein gewaltiger Berg lag, gingen sie gen Westen, der Weg, der sich bis jetzt bewährt hatte.
Einen ganzen Tag wanderten sie noch und
gelangten an einen Fluß und etwas weiter dahinter lag der Nebelturm,
der in den Prophezeiungen erwähnt war, auf dem sich eine Burg befinden sollte.
Der Berg war jetzt deutlich zu sehen.
Hoffnung auf ein baldiges Ende der Reise trieb sie weiter und sie überquerten den Fluss.
Es war nur noch eine kleine Landzunge auf der anderen Seite des Flusses und dann sahen sie das Meer.
Sie waren auf der anderen Seite der Insel angelangt.
Der Nebelberg lag vor ihnen, nicht weit vom Land entfernt.
Alles stürzte sich hoffnungsvoll in die Fluten, Puk zuletzt.
Er tauchte und besah sich die Welt von unten.
Viele kleine Fische schwammen umher und das Abendlicht spiegelte sich auf dem Meeresboden.

Angelandet sahen sie eine Treppe, die sich wie eine Spirale um den Berg zog.
Eine Stunde später erreichten sie die Burg.
Die Tür stand offen, so traten sie ein.
Da alles ruhig schien beschlossen sie, sich zu trennen und jeder für sich die Burg zu durchsuchen. Doch Puk wollte nicht allein gehen,
deswegen blieben Puk und Lord Arcos im Erdgeschoß und Lady Michelle ging auf das Licht zu, welches aus einem Gang am Ende einer Treppe leuchtete.
"Seid vorsichtig, Mylady!"
Das Licht zog sie so sehr in den Bann,
dass sie die letzten Worte ihres grünen Reisegefährten nicht mehr vernahm.

Sie kam in einen Raum der bewohnt zu sein schien.
An seinem Ende flackerte fröhlich ein Kaminfeuer.

Sie ging hin und schaute wie gebannt in die Flammen.
Plötzlich spürte sie eine Wärme hinter sich,
als würde sie umarmt von der Liebe.
Sie traute sich nicht, sich umzudrehen
und wollte diesen Augenblick des Gefühls festhalten.
"Mylady.... "

eine zärtliche Stimme eines Mannes dringt an ihr Ohr,
welche ihr direkt ins Herz geht.
Langsam dreht sie sich um.
Sprachlos steht sie vor dem Mann ihrer Träume....
Sie errötet und ihre dunklen Wimpern schließen sich vor ihren strahlenden Augen.
Sie sollen die Gefühle verbergen, die in ihr wüten.

"Oh, bitte ...Mylady, versteckt nicht diese Juwelen vor mir"
...seine Stimme zittert

"ich vermag in Euren Augen die Zeit zu sehen,
die Zeit, die nur den alten Seelen bewusst ist."

Als sie ihre Augen aufschlägt,
durchdringt ihn ein unendliches Gefühl des Glücks.
Zart hebt er mit seiner zärtlichen Hand ihr Kinn empor,
um sich in ihren Augen zu verlieren.

"Ja, Juwelen, zwei wundervolle Sterne am Firmament."
Seine Stimme ist so sanft und sie kann die Leidenschaft in ihren Augen nicht verbergen.
Aller Sinne verwirrt vor so viel Gefühl, rennt sie aus dem Zimmer,
eine Wendeltreppe hinauf, welche in den Turm führt.
Atemlos, das Herz schlägt ihr bis an jede Stelle ihres Körpers,
lehnt sie sich an die kühlen Turmmauern am Ende der Treppe.

"...Ich habe Euch erwartet, Mylady....."

Oh, wieder diese Stimme...!

"...Lange schon träumte ich von Euch."

Sie spürt seine Zärtlichkeit und kann ihm nicht in die Augen sehen,
weil sie meint darin zu verglühen.
Sanft umspielt seine Hand die Ihre.
Unendlich sanft, hauchzart ist die Berührung seiner Lippen.
Dabei ergießt sich ein Begehren in ihn,
welches er lange nicht mehr verspürt hatte.

Sie wehrt sich gegen die berauschenden Gefühle,
als er Ihren Arm küsst und damit ihr Blut noch mehr in Wallung bringt.
Doch kann sie nicht anders, sie muss in seine Augen sehen.
Und sie dringt in sie, so tief, dass sie die Unendlichkeit sieht.

Ihre roten Lippen öffnen sich sanft und zitternd.
Bebend vor Gefühl nähern sich die seinen
und zärtlich berühren sie einander.
Ganz und gar gibt sie sich dieser Zärtlichkeit hin.
Ihr Herz droht zu zerspringen.

Vibrationen durchzucken sie, überwältigen ihre Sinne.
Er zieht sie sanft an sich und küsst sie leidenschaftlich.
Sie vergisst Zeit und Raum, alles in ihr scheint zu vibrieren.
Sie spürt seine Leidenschaft, die von jahrelangem Warten zeugt.
Er liebkost ihre Augen, ihre Wangen,
die so heiß glühen und immer wieder finden sich ihre Lippen.
Als sie seine zarten Hände auf ihrer Brust spürt,
vergehen ihr fast die Sinne vor Lust.
"Ohh, Mylord...."
Ihr Stöhnen schallt in seinen Ohren
wie die Explosionen bei der Erschaffung der Planeten.
Seine Hände spüren die nackte weiche Haut ihrer Brüste
und er vergisst alles um sich herum,
alles was er ihr sagen wollte.
Wie viele Jahre wartete er schon auf diesen Augenblick.
Doch so schön hatte er es sich in seinen kühnsten Träumen
nicht vorgestellt.
Seine Küsse auf ihrer halbnackten Brust spürend,
voller Wollust, fällt sie endgültig in Ohnmacht.
Alles dreht sich um sie und ein Sternenregen fällt über sie,
wie Schneeflocken...

Einige Augenblicke nur später befand sie sich liegend
auf einem Bett in einem Raum,
welcher wohl das Turmzimmer war - über sie gebeugt,
der Mann ihrer Träume.
Er spürte den Glanz in ihren Augen, als hätte sie die Sonne gesehen.
"Oh, Mylady......"
seine zärtliche Stimme umspielt ihren nackten Körper
wie ein weißer Nebel
"......ich liebe Euch!"

Die Welt beginnt zu erzittern und er spürt ihr Feuer.
Seine Küsse ergießen sich auf ihr und sie erfährt zum ersten Male die Kraft einer Leidenschaft.
Ihre Scham zuckt wild und immer wieder fühlt sie seine zarten Hände.
Sein nackter Körper umschließt den ihren voller Zärtlichkeit.
Sie spürt die Kraft seiner Lenden in sich und alles in ihr glüht.
Die Sterne fallen vom Himmel...............
vereinen sich im See der Extase.
Ihre Brüste wiegen sich wie in Trance.
Zärtlich streichelt er sie und liebkost ihre vor Wollust
aufstehenden Enden.
Ihr schlanker Körper biegt sich in Begierde.
Sie spürt den Härchenflaum auf ihrem gesamten Körper vibrieren.
Sein Stöhnen steigert sich........
"......ooooohhhhhh, ........ Mylady........ ich liebe Euch..!!
Seine Augen scheinen in Regenbögen auf Ihren Körper
und in ihre Augen zu fallen.

"Was geschieht mit uns...?"
ihre roten Lippen zittern vor Erregung.
"........Ohhhhhhhh,.......Mylord.............."
Die Gedanken verschwimmen in der Magie der Zärtlichkeit
und sie verschmelzen ineinander.
Nichts kann sie mehr aufhalten.
Explodierende Welten, Sternenzauber,
alles umgeben von weißem Licht..................

In seinen Armen schläft sie sanft, der Traumwelt angehörend,
unendlich.................................

Inzwischen sind Lord Arcos und Puk im Erdgeschoß umhergeirrt,
um nach dem Buch zu suchen, welches ja hier irgendwo sein musste.
Es waren viele Zimmer, die sie durchstöberten.

Irgendwann wussten sie nicht mehr wie viele es gewesen sind und
sie fanden den Weg nicht mehr zurück in dem Wirrwarr der Gänge und Abzweigungen.
Auf einmal betraten sie einen Raum, in dem eine Kerze brannte.
Ungewöhnlich...,
da die anderen Räume und Gänge recht dunkel waren.
Sie stöberten und der kleine Puk voller Eifer,
sah das Buch...
"Juchu!!!" freute es den Gnom, und er rief Lord Arcos zu sich.
" Das ist das Buch meiner Vorfahren. Viel soll darin geschrieben stehen,
was in keinen mündlichen Überlieferungen weitergegeben wurde."
Sir Arcos streichelte den Kleinen und lächelte, doch sein Lächeln hatte traurige Züge.

Deswegen fragte Puk: "Warum seid Ihr traurig... ?"
"Lieber Puk..... ähmm....." er blickt den Kleinen väterlich an.
"Ich weiß nicht mehr...wie wir zurück gelangen können und mache mir Sorgen um Lady Michelle."
Das hatte Puk im Eifer vergessen...; er wurde nachdenklich.
"Hmmm, vielleicht gibt es ja in dem Buch einen Hinweis auf den Rückweg."
Also schnappte er sich das Buch und begann zu lesen...........

Er erfuhr von seinen Vorfahren, die einmal ganz anders ausgesehen haben
und mit dem Menschengeschlecht eng verwandt waren.
Nur der einzige Unterschied war, dass sie niemals Haare auf der Brust hatten.
Irgendwann begann der Zauber einen bösen Welt sich über die Menschheit zu verbreiten und der Engel des Bösen verzauberte einige Menschen zu hässlichen Gnomen, um die Menschheit zu trennen, denn ihm war der Sinn nach Spaltung,
und nicht nach Einheit und Frieden wie bisher von Menschen, Gnomen, Elfen und der Natur.

Lange lebten die Gnome nur in ihrem Reiche,
denn die Menschen scheuten sich vor diesen Geschöpfen.
Nur die Kinder waren der Gnome Freunde und ab und an auch mal ein großer Mensch, der in sich die Kindlichkeit des Herzens bewahren konnte.
Die Väter der Gnome vermittelten den Söhnen die Prophezeiungen für ihre Erlösung.
Einer sollte es schaffen, in die Reiche der Menschen einzudringen und sich auf den Weg machen, um die Verwandlung rückgängig und damit die Einheit zwischen allen Wesen wiederherzustellen.
Puk wusste, als er dies las, dass er derjenige sein sollte, von dem die Verheißung sprach.

Lord Arcos bemühte sich, zuzuhören, doch zum Teil kannte er dieses schon.
Er wollte seinen kleinen Freund aber nicht unterbrechen in seiner Freude.
Die Müdigkeit überwand seine Kräfte.
Irgendwann schlief auch Puk ein und die Kerze erlosch...

In seine Arme geschmiegt, zärtlich umschlungen wacht Lady Michelle auf.
Seine dunklen Locken streichelnd kuschelt sie sich näher an ihn.
Ihr Herz weiß, dass sie zueinander gehören, welche Trennung es im Leben auch geben mag.
Durch ihre Regungen erwacht, lächelt er in sich, über ihre Liebkosungen glücklich. Eigentlich möchten beide nicht erwachen, doch wissen sie um die Aufgabe, die vor ihnen liegt. Auch er kennt die Dunklen Mächte und erwartete die Erfüllung der Prophezeiung seit langem.
Er gibt ihr einen sehr tiefen und langen Kuss, von dem er sich fast nicht mehr losreißen kann.

"Mylady...,

wir müssen eure Freunde suchen und weiterreisen, damit die Phantasie der Herzen befreit werde."
Lächelnd schaut sie ihm in die Augen
---- sie war so richtig glücklich und noch glücklicher war sie,
dass sie wusste, er würde mit ihr gehen auf dem Weg, sogar bis zur Welt der Finsternis.
So zog sie seinen Körper zärtlich an sich und verlor sich mit ihm noch einmal
in der Ewigkeit..........

Er streichelte noch einmal sanft über ihre weichen Wangen.
Gemeinsam gingen sie dann die Treppen hinunter ...
und nur noch ein Blick aus dem Turmfenster lässt sie kurz innehalten...


Lord Arcos hatte inzwischen, nachdem er aufgewacht war,
die letzten Seiten des Buches gelesen und weckte den kleinen Puk:
"Ich rate zur Eile, die Zeiten vergehen und wir müssen weiter."
Verschlafen und scheinbar von glücklichen Träumen emporgerissen,
blinzelte er Lord Arcos verwirrt an...
"Wisst Ihr denn den Weg zurück?"
"Nein, nicht zurück, nach vorn, ich glaube, ich kenne den Weg jetzt."
Lord Arcos half dem Kleinen auf, um sich sogleich mit ihm auf die Suche zu machen.
Durch einige weitere Türen gingen sie, Puk, das Buch stets fest an sich gedrückt,
bis ein schierlos endloser Gang sie in einen Raum führte, den Lord Arcos scheinbar erkannte.
Er setzte sich jedenfalls zufrieden und meinte zu dem kleinen Puk:
"Lest weiter mein Freund...!"

"Warum gehen wir nicht weiter, Lord Arcos?"
der Kleine stellte sich mit fragenden Augen vor den Herrscher des Feuerreiches.
Dieser lächelte sanft und deutete auf das Buch.
Erneut begann Puk zu lesen.
Erst laut, doch da er merkte, daß Lord Arcos den Text schon kannte, nur noch in sich gekehrt.

Irgendwann schaute er zwinkernd zu Lord Arcos. Auch er wusste jetzt,
dass es Lady Michelle gut ging und dass sie den Herrscher des Reiches und sie hier wieder treffen würden --- in diesem Raum....
Nicht lange darauf erschienen beide im Nebel einer Tür und Michelle
umarmte glücklich die Freunde. Der Herrscher der Nebelberge verneigte sich höflich vor dem Gnom und Lord Arcos:
"Ich bin Lord Sariell, der Euch willkommen heißt in meinem Reiche.
Entschuldigt bitte, dass ich bei Eurer Ankunft nicht zugegen war,
doch ließen mich Träume die Zeit und den Raum vergessen,
und dass noch Gäste in meinen Gefilden weilen."
Ein sehnsüchtiger Blick zu Lady Michelle ließ alle verstehen.

Seinen Blick auf das Buch gerichtet lächelte Lord Sariell den kleinen Puk liebevoll an.
"Ich glaube aber, es war nicht langweilig für Euch in meinem Hause,
denn ihr habt gefunden was ihr suchtet."
Puk, der ein wahrlich ehrliches Herz hat, hielt das Buch seiner Vorväter in der Hand und schlug die Augen nieder...
"Verzeiht Lord Sariell, es ist Euer Besitz und auch Eure Geschichte,
ich hatte kein Recht darauf, es ohne ihre Zustimmung zu lesen..."
Der Herrscher des Reiches lachte so herzerfrischend, dass alle mit ihm lachen mußten.
"Meine Prophezeiungen sind erfüllt kleiner Mensch... nun mögen die Deinen erfüllt werden.
Bewahret das Buch...möglicherweise kann es uns noch einige Ratschläge geben
auf unserer weiteren Reise.


Und so machten sie sich auf, immer in die Richtung des Sonnenunterganges.




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Eisbergland

Nicht lange waren sie unterwegs, oder kam es den Beiden nur so kurz vor, diese wunderschöne Zeit auf dem Schiff, in der sie sich liebten, voller Leidenschaft.
Tagsüber lagen sie in der Sonne und nachts sahen sie dem Sonnenuntergang entgegen.
Sie träumten miteinander in den Welten der Phantasie.
Puk und Lord Arcos bekamen die beiden selten zu Gesicht.
Wenn, dann wollten sie nicht stören, da man sie meistens eng umschlungen irgendwo sitzen sah. Puk freute sich über die glücklichen Augen seiner Lady, auch wenn er manchmal etwas traurig die beiden beobachtete. Er sehnte sich auch nach seinem Glück. Viel zu kurz war jedenfalls die Zeit, bis Lady Michelle das Eisbergland von Weitem sah.
Sie fuhren vorbei an gewaltigen Eismassen, wo sie hätten nicht landen können.
Nachdem sie um die Eisberge herum waren bot sich ihnen ein schier endloser Anblick eines mit Eis bedeckten Meeres. Schon wollten sie aufgeben, als sie den Herrscher des Eisberglandes im Meer auftauchen sahen. Er spaltete das Eis um für sie eine Schneise zu öffnen.
So schnell er gekommen war, so schnell war er auch wieder verschwunden.
Sie alle sahen sich verwundert an, doch wo war Puk?
Er war nicht aufzufinden und alle machten sich große Sorgen.
Verzweifelt blickten sie zurück übers Eis, welches sich hinter ihnen wieder schloss.
Lady Michelle suchte stundenlang im Schiff nach ihrem kleinen Freund ---vergebens.
Der Schmerz bahnte sich den Weg aus ihrem Inneren, doch er wurde auch durch ihre Tränen nicht erträglicher. Lord Sariell nahm sie tröstend in die Arme und lange dachten die drei übriggebliebenen nach.
Was konnten sie ohne Puk tun? Die Prophezeiung konnte nur mit ihm erfüllt werden.
Lord Sariell las verzweifelt immer und immer wieder die Stellen in dem ersten Buch, die vom Eisbergland sprachen, doch immer wurde dort nur von Pferden gesprochen, niemals von Puk selbst.

Ein weißes Pferd war erwähnt, welches "den Einen" bringen würde.
Ob wohl Puk damit gemeint war? Das Schlimme war, dort endeten die Aufzeichnungen und alle vermuteten, dass sich die Weiteren in jenem Reiche befänden, welches sie als nächstes Ziel erreichen müssten. Es wurde nur erwähnt, dass dieses Reich die Hölle wäre. Das war die Aussage des letzten Abschnittes. Also konnte es nicht das Land der Eisberge sein, denn außer Puks Verschwinden war ihnen noch nichts Böses widerfahren.
Lord Arcos war tief betrübt wegen seines kleinen Gefährten, der ihm auf der Reise die Sehnsucht nach seiner Frau mit seinen Späßen vergessen ließ. Nachdenklich meinte er:
"Möglicherweise müssen wir uns nicht so große Sorgen machen, denn der Herrscher dieses Reiches scheint uns wohlgesonnen". Sie mussten weiter. So kamen sie an eine Küste. Dort war vermutlich zur Zeit Sommer und obwohl die Luft kalt war, taute das Eis an einigen Stellen. So konnten sie zur Landung ansetzen. An Land rasteten sie und traurig hielten sie Ausschau nach dem kleinen Freund.

Inzwischen hatte sich die Kunde über ihr Kommen bis zur Drachenburg verbreitet, wo der Eisdrache lebte. Er war der einzige Drache, der zwischen den Welten hin und her fliegen konnte. Der Herrscher selbst sprach zu ihm, um ihn zu senden, seinen Teil der Prophezeiungen zu erfüllen. So brach er gleich auf um eine Sammlung aller Pferde einzuleiten.
Die Pferde, die er rufen sollte, konnten durch die Zeit reiten. Nur sie wären in der Lage, die Reise zu dem weiteren Bestimmungsort fortzusetzen.
Der Eisdrache flog in das Land zwischen den Welten, zu dem Eispferd, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Es war der Anführer aller Pferde und ritt sofort los, um die anderen einzusammeln. Der Drache inzwischen flog über die verschwundenen Lande und stieß seine kräftigen Rufe in die Lüfte. Die Stute Roa eilte aus dem Reiche des Sonnenunterganges herbei und auch Hengst Anju, welcher in den Bergen des Wolkenreiches lebte, hörte den Ruf.

Puk rappelte sich auf, wo war er?
Er erinnerte sich noch düster, dass er sich auf der Backbordseite über die Reling gelehnt hatte, um Bescheid zu sagen, wenn die Kanten des Eises sich zu sehr dem Schiff nähern würden und dabei war er unbemerkt von allen über Bord gegangen. Er fand sich in einem Land wieder, dass gar keine Ähnlichkeit mit den Eisberglanden hatte. Alles war grün und tiefe Wälder mit uralten Bäumen zogen sich übers Land. Er sah neben sich eine Stute, welche ihn immer wieder in die Seite stupste. Ihr Name war Xantia, und sie sprach zum Gnom: "Wir müssen uns eilen, der Ruf zur Sammlung ist erschallt." Puk verstand es zwar nicht, doch voller Vertrauen setzte er sich auf sie. So ritten sie durch das Land der Urwälder. Xantia erzählte ihm die gesamte Geschichte des Reiches und wie er hierhergekommen war.
In ein Zeitloch war er gefallen, welches ihn in eines der verschwundenen Reiche brachte. "
Nur wenige Auserkorene können in die verschwundenen Welten gelangen und der Ruf des Drachen hatte bestätigt, dass die Zeit reif war für die Erfüllung der Prophezeiungen."
Xantia war ein kluges Pferd und es kannte seinen Weg. Anfangs ging Xantia noch gemächlich, damit der Gnom etwas Ruhe haben möge und um ihm die Dinge zu erklären, die er wissen musste. Doch bald wurde er schneller und schneller und die Lande verschwanden in einem Nebel.

Auch aus den Landen der nächtlichen Träume brachen vier Pferde auf, und eilten dem Ruf entgegen, der überall zu hören war.
Es waren Schattenfell, Pegasus, Tennor und die Stute Silbermond.
Das Eispferd, welches von ihrem Liebsten Schneeflocke genannt wurde,
hatte inzwischen die Welt der Götter durchritten und stieß dabei auf Rarix und Tabor, die auch auf dem Wege ins Eisbergland waren. Alle Pferde aus den verschollenen Reichen, so erzählten die Überlieferungen, mussten zusammenkommen, da sie nur zusammen mit Eispferd die Grenzen der Zeit überschreiten können.
Und so sammelte Eispferd alle, die dem Ruf gefolgt waren und sie ritten durch die Welten.

In den Eisberglanden war der Ruf schon früh erschallt und Hengst Walhar wusste, dass die Zeit angebrochen war. Er gab letzte Ratschläge an die Delphine, die noch eine einzige Mission erfüllen mussten, in einer Welt, in welche sie sich ohne Zuspruch des Walhar nie getraut hätten. Er wusste, noch hatte es Zeit bis sich alle versammelt hätten, deswegen sprach er lange mit dem Anführer der Delphine. Dann machte sich auch Walhar auf den Weg in Richtung Küste, denn es war bekannt, wo die Gäste sich aufhielten. Er war das einzige Pferd in den Eisberglanden und seine Haut schien wie Stahl. Viele Hoffnungen waren seit langem in seinem Herzen, denn er dachte an Sie. Jene, welche ab und zu aus den verschollenen Welten herbeiritt, seine Stute...

An der Küste angelangt, sah er ein Feuer an dem sich Lord Sariell und Lady Michelle eng umschlungen wärmten. Lord Arcos hauchte immer wieder ins Feuer, damit es nicht ausgehe.

Walhar trabte sacht auf die Ruhenden zu. Lord Arcos bemerkte den Hengst zuerst. Sich des Buches erinnernd ging er vorsichtig auf Walhar zu und streichelte ihn. Die beiden Liebenden standen nun auch auf, um dieses schöne Tier zu empfangen.
Walhar begrüßte Lady Michelle und Lord Sariell, deren Augen der Liebe den Hengst an seine Braut erinnerten. Walhar erzählte ihnen von den vergangenen Tagen und versicherte ihnen, dass ihr kleiner Freund wieder zu ihnen gelangen werde.
Er erzählte ihnen auch von seiner Liebe und den Jahren der Entbehrung, da seine Liebste nur in den Vollmondnächten aus den verschollenen Landen zu ihm gelangen konnte. Die Einsamkeit und die Sehnsucht klangen in seiner Stimme. "Nur sie kann es schaffen, die Zeiten zu durchreiten und dadurch wird "der Eine" wieder zurückgebracht." Alle schauten zum Himmel und sahen, dass diese Nacht kein Vollmond war. Doch Walhar sprach:
"Sorget Euch nicht, die Gesetze sind bereits teilweise außer Kraft gesetzt, da der "Eine" die Grenzen schon überwunden hat." Er erklärte ihnen alles was sie wissen mussten für die weitere Reise in ein Reich der Hölle, wie die Prophezeiungen es beschrieben.
Auf einmal lauschte er in die Stille, seine Augen wurden feucht. Er wieherte vor Freude.
Bald darauf kamen die Pferde aus den verschollenen Landen, angeführt von Eispferd, seiner Geliebten. Es gab ein heißes Wiedersehen. Zwischen Walhar und dem Eipferd schien ein ähnlicher Liebeszauber zu liegen, wie zwischen den beiden verliebten Menschen.
Sie begrüßten sich und schmusten miteinander. Miteinander galoppierend freuten sie sich des Wiedersehens. Die Lady nahm Puk lieb in die Arme und Lord Arcos hob ihn freundschaftlich auf seine Schulter. Er hüpfte mit ihm herum, als wollte er einen Tanz aufführen.
Lord Sariell rettete Puk vor dem fast kindlich anmutenden Lord Arcos und setzte den außer Atem geratenen Puk liebevoll ans Lagerfeuer. Fast zulange währte ihre Wiedersehensfreude, denn das Trappeln der Pferde aus den verschollenen Landen und die mahnende Stimme Walhars ließ sie aufbrechen...
Sie bestiegen die Pferde............
[b]


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Das Totenreich

So ritten sie durch die Zeit und gelangten an den Rand des Totenreiches.
Oft mussten sie die Pferde wechseln, auf der Reise dahin, denn die Zeit zu durchreiten, war für alle Pferde eine neue Erfahrung, da sie nur von ihren Urahnen gehört hatten, dass sie dazu im Stande seien. Oft ermüdeten sie, wenn sie eine Last trugen, die sie nicht gewohnt waren. Walhar und seine Geliebte erwiesen sich als die Ausdauerndsten, welche längere Strecken reiten konnten. Sie waren verliebt und ihre Liebe gab ihnen die Kraft, dem Dunklen Gemüt zu widerstehen, welches das Totenreich wie einen Nebel des Grauens umgab. Die Pferde kannten nur den Weg zwischen den Welten, aber nicht durch die Zeit, denn dazu müssten alle Kräfte zusammenkommen und den Weg gemeinsam gehen. So lautete die Prophezeiung...

Die Nacht brach herein; alle waren erschöpft und so ließen sie sich nieder. Ein dumpfer Gestank nach Leichen lag in der Luft - also konnte das Ziel nicht mehr weit sein. Puk, der das beste Gespür von allen hatte, lief unruhig lauschend hin und her. Irgend etwas schien er zu erahnen bis plötzlich auch die Pferde wieherten. Auch Lord Arcos und die anderen sahen jetzt dieses grausame Geschöpf, welches vor ihnen stand.
Es war der erste Wächter des Totenreiches, eine erbärmliche Kreatur ähnlich der eines Wolfes. Mit fletschenden Zähnen stürzt sich die Kreatur auf Lord Arcos. Puk voller Wut schnappt sich von hinten den Schwanz und beißt kräftig hinein, welches die Kreatur einen Moment lang ablenkt. Schon hat Lord Sariell dem Tier ein Ohr abgeschlagen. Es heult auf vor Schmerz und wendet sich von Sir Arcos ab. Lord Sariell hält das Geschöpf der Nacht mit seinem Schwert so lange in Schach, bis sich Lord Arcos wieder aufgerappelt hat und dem Tier jetzt von der anderen Seite das zweite Ohr abschneidet. Puk flüchtet sich zu Lady Michelle und beide sehen angsterfüllt den Kämpfenden zu. Die Bisswunden des Tieres schmerzen Lord Arcos sehr. Nach dem kräftigen Hieb, welcher dem Wächter das zweite Ohr gekostet hat, strauchelt Lord Arcos. Seine Chance witternd setzt das Geschöpf zum letzten Sprung auf den Herrscher der Feuerwelt an. Es gibt kein Entweichen. Doch Lord Sariell wirft sich vor Lord Arcos auf den Boden und schlitzt dem Tier während des Sprunges den Bauch in voller Länge auf. Nur Lady Michelle und Puk verhindern, dass Lord Arcos unter dem Kadaver des Tieres begraben wird, indem sie ihn zur Seite rollen. Ein erbärmlicher Gestank breitet sich aus. Nachdem Lady Michelle notdürftig die Wunden des Lord Arcos und einige Kratzer ihres Geliebten versorgt hatte, beschlossen sie doch weiterzuziehen, denn der Gestank war unerträglich. Erst kurz vor dem Eingang zur Totenwelt machten sie halt. Hier verabschiedeten sich die Pferde von ihnen und ritten zurück durch die Zeiten.

Nur Xantia blieb, sie wollte mit ihnen gehen, bis ihre Mission hier erfüllt sei. Fröstelnd und schaudernd der widerwärtigen Stimmung anheimfallend, die sich wie Nebel in ihre Herzen schlich, verbrachten sie so einige Stunden am Fuße der Hölle.
Keiner hatte mehr Kraft weiterzugehen, denn das Grauen lähmte ihre Glieder. Nur Puk versuchte intensiv alle mit irgendwelchen Späßen positiv zu beeinflussen. Anscheinend besaß der Nebel des Grauens keine Macht über ihn. So gelang es ihm, die anderen hochzureißen, um sich dieser Herausforderung zu stellen. Am Eingangstor starrte ihnen die Fratze des Bösen entgegen. Daneben standen zwei Flaschen. Puk sah sich die Flaschen genau an:
"Von einer diesen beiden Flaschen müssen wir trinken, sonst kommen wir nicht hinein."
Dies wusste er von der Stute Xantia, die ihm unterwegs viel erzählt hatte.
"Nur enthält eine davon Gift", er zögert: "doch wir müssen uns entscheiden."
Puk saß nachdenklich da und starrte auf die Flaschen. Er erinnerte sich an seinen Urgroßvater, der ihm einmal sagte: "Nicht in der Größe liegt die Macht, auch Kleines kann große Auswirkungen haben." Wieso fielen ihm gerade jetzt diese Worte ein? Er griff nach der kleineren Flasche und hielt sie hoch. Lady Michelle und ihr Geliebter sahen sich tief in die Augen und nach einem sanften Kuss, der vielleicht der letzte sein würde, tranken sie nacheinander einen Schluck. Puk und Lord Arcos taten es ihnen gleich.
Die schlimmsten Wirkungen erwartend saßen sie schweigend da, bis Puk den Totenkopf unter der Maske blinken sah. Mit einem Knopfdruck darauf öffnete sich das Tor.
Dahinter lag ein düsterer Gang und ein bekleidetes Gerippe kam höhnisch lachend auf sie zu.

"Habt ihr gedacht uns überlisten zu können?" Dem Gerippe klapperten die Knochen vor Lachen. Wild hieben Lord Arcos und Lord Sariell auf ihn ein.
"Ihr könnt mir nichts anhaben, ich bin schon tot...." Seine Augen leuchteten blutrot.
Weiter lachend drehte es sich um, und ging den Gang entlang, ohne sich umzublicken.
Wie in einem Bann stehend gingen sie hinter ihm her. Angekommen in einem dunklen Raum sahen sie noch vier solcher Gerippe an einem Tisch sitzen. Eine Tür weiter warf sie das Gerippe mit funkelnden Augen durch die Luft an die Mauern eines Kerkers. Als der Bann nachließ und sie wieder klar denken konnten, bemerkten sie, dass Puk nicht bei ihnen war.
War ihm die Flucht gelungen? Etwas Hoffnung stieg in ihnen auf. Erschöpft schliefen sie ein. Furchtbare Alpträume verfolgten Lord Sariell in dieser Nacht. Auch Lady Michelle träumte entsetzliches. Trotz inneren Widerstandes lag ein Zauber auf ihr, der sie nicht erwachen ließ.

Derweil erschien der Herrscher des Todes vor Satan, dem er dieses Reich zur Aufsicht vor Zeiten gegeben hatte und sprach: "Der Pakt mit dir geht dem Ende entgegen, denn einer ist dir entkommen. Der, welcher die Kraft des neuen Lebens in sich hat. Du weißt, dass dies dein Ende ist." Wütend über diese Nachricht starrte Satan den Tod an, welcher die Hand nach ihm ausstreckte. "Komm Satan, es ist Zeit für dich... Lange genug hast Du Dein Unwesen getrieben auf diesen Welten. So mögest Du die Strafen erhalten, die du ausgeteilt hast."
So nahm der Tod den Satan bei der Hand und führte ihn vor Gericht.

Puk, dem der Bann des Gerippes nichts anhaben konnte, wusste, dass es jetzt an ihm lag, seine Freunde zu befreien. Er versteckte sich in einem der abzweigenden Gänge und lief dann weiter in westliche Richtung, welche sich bis jetzt immer als die Richtige erwiesen hatte.
So kam er in einen Gang indem ihn zwei Augen aus einem Stierbild entgegenleuchteten.
Der Wächter des Stieres, in eine Rüstung gekleidet schien ihn nicht zu sehen, genauso, wie vorher das Gerippe am Eingang. So nahm er allen Mut zusammen und kletterte zu den Stieraugen.
Irgendetwas musste sich dahinter verbergen. Angelangt sah er über den Spitzen der Hörner einen Gang, der in einen Raum führte, welcher spärlich mit Kerzen beleuchtet war. Viele Dinge aus verschiedenen Epochen lagen in der einen Ecke. Puk blickte sich suchend um. Ein Buch lag aufgeschlagen auf dem Tisch. Gleich wusste er, dass dies der letzte Teil der Prophezeiungen war. Ein paar Seiten davon las er noch, bis er sich weiter umblickte. Er suchte den Schlüssel und das Amulett welche in dem Buch erwähnt wurden. Beides war wichtig, um in die verschollenen Reiche zu gelangen. Bald fand er beides in der anderen Ecke des Raumes. Das Schwert und den Revolver, welche ihnen im weiteren Kampf gut gedient hätten, musste er schweren Herzens zurücklassen. Beides war mehr als sein Körper an Gewicht zu tragen vermochte. Ein weiterer Gang führte ihn westwärts bis er an eine Tür gelangte, dessen Klinke aus einer seltsamen Figur bestand. Als er sie berührte öffneten sich die Lippen dieser Kreatur.
"Was willst du?" metallisch ächzend klang die Stimme. Puk, der einige Seiten des Buches verschlungen hatte, wusste wie er antworten musste.
"Ring der Macht - an uns gebracht"
Dies war eine geheime Tür, welche direkt in den Kerker führte. So wie er die Worte gesprochen hatte, öffnete sich das Maul der eisernen Figur und darin lag der Ring, das letzte Utensil, welches noch fehlte, um in die verschollenen Lande zu gelangen.

Er nahm ihn und drückte mit dem Siegel auf die Stirn der Figur.
"Riegel hier, öffne dich mir"
und sogleich schob sich die Tür auf. Er trat in den Kerker und sah seine Freunde dort liegen. Die Türe schloss sich hinter ihm, doch er wusste, dass er mit dem Schlüssel die Türe öffnen konnte, den die Freunde gekommen waren. Er rüttelte sie aus ihren dunklen Träumen. Nur Lord Arcos war nicht wach zu bekommen, denn sein Alptraum war der Schlimmste von allen. Er hatte den Satan gesehen in der Blüte seiner Macht. Kein Rütteln half um ihn dem Banne des Traumes zu entreißen. Da legte Puk das Amulett der Liebe auf seines großen Freundes Herz und endlich erwachte er.

Kurz umrissen erzählte Puk seine Geschichte und erklärte seinen Gefährten
die Verwendung der Dinge, die er gefunden hatte.
Das Amulett der Liebe, welches er Lady Michelle gab,
den Ring der Macht, den er dem Herrscher des Nebelreiches Sariell übergab
und den Schlüssel zu dem Tor der Welten, den Lord Arcos des Feuerlords erhielt.
Weiter las er ihnen noch aus den Prophezeiungen vor,
das was sie zur Zeit wissen mussten.

Während Puk auf der Suche nach den verschollenen Dingen war und die Gefährten im Kerker träumten hatten auch die Delphine ihre letzte Aufgabe aus den Prophezeiungen erfüllt und den letzten Wächter des Reiches durch ihre schrillen Laute, welche hier noch nie gehört wurden, besiegt. Nie waren diese liebenden Geschöpfe in solch düsteren Gefilde geschwommen.

Nachdem der Wächter und sein Pferd sich von Wahnsinn getrieben ins Meer gestürzt hatten, verließen die Delphine schnellstens wieder diese übelriechenden Gewässer.
Auch die Gefährten beeilten sich, um diesen Ort des Grauens zu verlassen. Sie bestiegen das Boot, welches die Delphine mühsam durch die Weiten des Meeres geschleppt hatten und segelten weiter, vorbei an stinkenden Leichen, immer westwärts.



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Das Drachenreich


Lange schliefen sie erschöpft und ohne Träume einen erholsamen Schlaf.
Puk, dessen Gemüt nicht so in den Tiefen des Grauens gewesen war, kümmerte sich indes an Deck um die anfallenden Arbeiten und korrigierte ab und zu den Kurs.
In den Tagen, in denen die anderen schliefen, las er viel in dem letzten Buch der Prophezeiungen.
Ab und an hörte er jetzt aus der Kabine des Lords Sariell und seiner Lady leise Geräusche.
Sie liebten sich mehr als zuvor und immer wieder erzitterten Ladys Lippen, wenn die Seinen sie berührten. Auch Sariells Sinne erbebten, wenn er die weiche Haut der Lady an sich fühlte.
So verbrachten sie zwei Tage halb im Trance der Erfüllung, halb schlafend im Bett.
Lord Arcos war der erste, dem es nach einem kräftigen Frühstück gelüstete.
Freudig, endlich wieder jemanden zum Reden zu haben, bewirtete Puk ihn reichlich.
Verschmitzt lächelten sie sich an, als auch die beiden Liebenden mit knurrendem Magen in der Küche erschienen. Ein paar Tage nur später sahen sie Inseln am Horizont, die Dracheninseln. Weitläufig waren sie über den Ozean verstreut. Um Wasser nachtzutanken ankerten sie an einer der Inseln und blieben über Nacht an Land. Es war die Insel der Drachen des Lichts.

Die Kunde ihres Eintreffens hatte sich wohl unter den Lichtdrachen verbreitet, denn überall sah man sie sich sammeln. Auch am nächsten Tage als sie weitersegelten sahen sie die Drachen des Meeres an ihrem Schiff vorbeischwimmen. Sanara die Königin der Drachen hatte zum Kampf gerufen.
Bald war auch der Drachenberg zu sehen, welcher nach der Prophezeiung von den Drachen der Finsternis beherrscht wurde, die es zu bekämpfen galt. Doch nur durch die Anwesenheit des Einen, der da kommen sollte, konnten die Drachen des Lichts den Kampf wagen.
Noch eine Nacht verbrachten die Gefährten auf einer der benachbarten Inseln von der aus sie das Drachenschloß deutlich erkennen konnten. Von dort aus zogen sie am nächsten Tag in dem größeren Beiboot los und unbemerkt gelangten sie zu dem Eingang einer Höhle, die, wie im Buch beschrieben ins Innere des Drachenlandes führen sollte.
Vorsichtig fast lautlos glitten sie durch die Gänge, bis sie das Ende der Höhle erreicht hatten.
Sie machten das Boot fest und gingen zu Fuß mit Xantia im Schlepptau weiter. So gelangten sie an die Burgmauern. Weiter draußen am Meer herrschte schon der Kampf zwischen den Drachen des Lichts und den Drachen der Finsternis.

Durch diese Ablenkung konnten sie unbemerkt hinter die Burgmauern gelangen. Jetzt sahen sie das Drachenschloß vor sich liegen.
Doch nun waren sie entdeckt.
Vorbei an feuerspeienden Drachen schafften es Lord Sariell, die Lady und Puk bis zum Eingang.
Der Herrscher des Feuerreiches kämpfte unerbittlich gegen die Drachen. Das magische Auge, welches an der Tür angebracht war, ließ sich nur durch eine Beschwörungsformel aus dem Buch der Prophezeiungen öffnen. Dahinter erwartete sie ein Drache in Form einer Schlange, welche den Eingang bewachte. Ihre Augen glühten und die Schläge ihres Leibes erzeugten Blitze, die sie, Stromstößen gleich, auf die Eindringlinge niederfahren ließ. Doch Lord Sariell kämpfte weiter und drängte sie immer mehr zurück. Mit letzter Kraft hieb er ihr den Kopf ab.
In der Zwischenzeit flüchteten sich Puk und Lady Michelle in das Innere des Schlosses. Sie wussten, was sie zu suchen hatten, das Elixir des Lebens, welches einst die Herrscherin der Drachen im Tempel der großen Drachengöttin zur Heilung und Anbetung verwendete. Die Drachen der Finsternis hatten es nach dem Fall an sich gebracht. Viele Räume betraten sie, bevor sie das Zimmer fanden, in dem kleine geflügelte Drachen das Elixier bewachten. Doch die Pfeile der Lady trafen genau und Puk gelang es, das Elixier an sich zu nehmen.
Sie schlossen die Tür und flüchteten zum Ausgang. Draußen wütete ein erbitterter Kampf.

Auch der Ruf des Wolfes war erschallt. Die Wölfe waren die einzigen Lebewesen, welche auf dieser Insel überlebt hatten, und auch sie erwarteten die Erfüllung der Prophezeiungen.
Entschlossen stürzten sie sich auf die noch übriggebliebenen Drachen und bezwangen sie.
Lord Sariell war inzwischen mit Xantia in den Kampf gezogen. Die Flügeldrachen, wie sie auch genannt wurden, bereiteten ihm erhebliche Schwierigkeiten, denn sie waren klein, aber sehr flink. Als er sie dennoch besiegt hatte traf er in einer Höhle auf die Drachenlady. Schon wollte er sein Schwert erheben, als sie ihm Einhalt gebot. "Lord Sariell, reitet zur Burg, ihr werdet dort gebraucht." sprach sie. "Indessen werde ich meinem stärksten Gegner gegenübertreten, dem Anführer der Drachen der Finsternis."
So ritt Lord Sariell der Burg entgegen und band Xantia an einen Pfosten. Dort traf er auch Lord Arcos und gemeinsam liefen sie zum Eingang. Von weitem schon sahen sie Lady Michelle in den Händen eines der dunklen Drachen.

Vor Schreck erstarrt halten sie inne. Wie konnte das geschehen? Lord Sariell spürt einen stechenden Schmerz in seiner Brust. Sein Herz droht zu zerbersten. Doch bei näherem Hinsehen gewahrt er, dass der Drache der Finsternis die Lady liebevoll in seiner Hand trägt. Der Drache blickt zu Lord Sariell und vorsichtig legt er die Lady auf den Boden. Alsbald entfernt er sich ein Stück, um dem Lord anzuzeigen, dass von ihm keine Gefahr droht. Lange schon hatte dieser Drache, welches ein Weibchen war, die Erfüllung der Prophezeiung erhofft. Ihr Name war Boa und sie war schon sehr alt, älter als die meisten unter ihnen. Boa kannte noch die Zeit vor der Trennung, wo die Drachenwelt friedlich vereint war. Doch hatte sie sich in ihrer Jugend hinreißen lassen von der Macht der Finsternis. Inzwischen älter und weiser geworden, war sie heimlich über die Lande geflogen. In den Eisberglanden lernte sie ihren Liebsten kennengelernt, den Eisdrachen.
Er unterwies sie in Demut und Herzenswärme und sie hörte ihm aufmerksam zu, wenn er über die Prophezeiungen sprach. So lautete ihre Aufgabe bis die Prophezeiungen erfüllt würden:
Sie solle im Lande der Drachen der Finsternis bleiben und ab und zu, wenn sie unbeobachtet wäre, dem Eisbergdrachen Bericht erstatten.
Lord Sariell beugte sich über seine Lady und schaute fragend zu dem Drachenweibchen.
Auch Lord Arcos und Puk, welcher bis jetzt noch an der Eingangstür stand, kamen herbeigelaufen. Boa sprach von Weitem: Küsst sie Mylord, denn die Liebe überwindet alles - sogar die Finsternis und den Tod." Voller Tränen in den Augen, zärtlich senkten sich seine Lippen auf die reglos daliegende, zarte Gestalt.

Inzwischen trat die Herrscherin der Drachenwelt, Lady Sanara den Kampf gegen ihren stärksten Rivalen an. Lange schon hatte sie sich auf diesen Kampf vorbereitet. Geschwächt und voller Zorn kämpfte der Drache gegen ihre Magie, doch er wusste, dass er gegen das magische Auge Lady Sanaras keine Chance hatte. Sie bannte ihn, wie es prophezeit war, und stürzte ihn in den Abgrund seiner eigenen finsteren Gedanken.

Die Lady Michelle erwachte von einem unbeschreiblichen Gefühl der Liebe in ihrem Herzen und schlug die Augen auf. Sie sah ihren Liebsten und die Gefährten und...
sie erschrak - einen Drachen der Finsternis. Doch Lord Sariell nahm sie beruhigend in seine Arme. " Oh... Mylady, fürchtet euch nicht. Der Kampf ist vorbei. Tränen waren auch auf den Augen des Drachenweibchens zu sehen, denn auch Boa war sich nicht sicher gewesen, dass die Lady erwachen würde. "Eure Liebe gibt mir die Gewissheit, dass mein Liebster in der Nähe ist. Ich werde nach ihm schauen." So verabschiedete sich das Drachenweibchen und flog davon. Lord Sariell nahm seine Lady auf den Arm und trug sie zum Eingang des Tempels, den er zuvor entdeckt hatte.
Lord Arcos führte Xantia mit Puk auf dem Rücken hinterher.
Lady Sanara, deren Magie zum Bezwingen des Rivalen ihre letzte Kraft gekostet hatte, erhob sich aus einem Schlaf, in dem sie von Wahir dem Adler träumte. Vor langer Zeit waren sie glücklich miteinander auf den friedlichen
Dracheninseln umhergewandert und hatten zusammen im Tempel die Zeremonien der Heilung und der Anbetung für die Göttin der Drachen durch die Magie vollführt, die ihnen die Göttin sandte. Nach dem sich einige Drachen mit dem Herrscher der Finsternis verbündet hatten, war ihr Glück vorbei. Wie er alles trennte, so trennte der Engel des Bösen auch sie.
Nur in ihren Träumen fanden sie sich zusammen, als das was sie waren, beide von menschlicher Gestalt. Nachdem Lady Sanara, welche auch Adlerschwinge genannt wurde sich erholt und dem Herren der Wölfe gedankt hatte, begab sie sich zum Meer in Richtung Tempel.

Lady Michelle erinnerte sich nur düster, was geschehen war. Sie war dem Herrscher der finsteren Drachen begegnet, als sie aus der Burg lief. Nur Puk konnte noch berichten, was geschah. Er stand noch am Eingang als er die Lady schon in den Fängen des Drachenherrschers sah. Kurz darauf sah er einen weiteren Drachen der Finsternis, der sich dem Herrscher entgegenstellte. Der Kampf tobte lange und geschwächt zog sich der Herrscher der Drachen immer weiter zurück. Dann, so erzählte Puk sah er den Drachen die Lady in der Hand haltend und sich umblickend.. Lord Sariell drückte seine Lady fest an sich und dankte innerlich dem Drachenweibchen, welches bereits auf der Suche nach ihrem Eisbergdrachen war.
Der Eingang zum Tempel, an dem sich die Gefährten niederließen lag in einer Höhle und bestand aus einer Statue welche gigantische Ausmaße besaß. Sie war aus dem Stein der Höhle herausgemeißelt worden. Sie mußte um die 60 Fuß hoch und in etwa 80 Fuß breit sein.
Lady Sanara hatte ihre Flügel abgelegt und öffnete den Gefährten von innen das Tempeltor.
Sie führte sie in einen großen Raum und ließ sie Platz nehmen. Die Zeremonie begann.
Die Priesterin Sanara rief den Adler Wahir und die Magie trug den Ruf zu ihm, so daß er sich in die Lüfte erhob zu seiner letzten Reise. Die Priesterin ging danach in den Vorgarten der Tempelräume und reinigte sich im heiligen Wasser. Währenddessen sah man Wahir durch die Lüfte kreisen, die Prozedur seiner Entzauberung erwartend. Gespannt beobachteten die Gefährten, wie sich Wahir auf dem Arm der Priesterin niederließ. Feierlich unter Rauchschwaden der Magie übergab Puk der Priesterin das Elixier, welches die Drachen der Finsternis einstmals aus dem Tempel gestohlen hatten. Damit ging die Priesterin, Wahir auf dem Arm, zum Raum der Heilung. Die anderen folgten gemächlichen Schrittes. Der Raum bestand aus einem sich in der Mitte erstreckenden Wasserbeckens, welches an einem Altar endete. Das Becken war von Säulen umgeben und im Wasser spiegelte sich das Abendlicht, das aus einer Öffnung darüber hereinschien. Die Priesterin sprach zu Wahir in einer unbekannten Sprache und träufelte ein paar Tropfen des Elixiers ins Wasserbecken. Nach ein paar Minuten in denen die Priesterin weitere magische Worte vernehmen ließ, stürzte sich der Adler ins Wasser. Nachdem er wieder auftauchte sahen die Gefährten nicht mehr Wahir, sondern einen Mann mit Adlerflügeln. Er erhob sich in die Lüfte und flog bis an die äußere Hülle des Universums um das Licht der Drachengöttin zu erflehen. Durch dieses Licht, welches einige Zeit später in einem weiteren Raum des Tempels niederging, wurde Wahir wieder vollständig Mensch. Jung, wie vor der Verzauberung, lag er vor Sanara der Priesterin und sie dankte der Göttin.

Nach der Zeremonie begab sich Lady Michelle auf Anweisung Lady Sanaras zu der Tempelkuppel, um von dort aus eine geflügelte Botschaft an das Elbenreich zu senden. Lady Sanara und Wahir gingen indes in die heiligen Gewässer des Tempelgartens. Die Flügel hatte Lady Sanara für immer abgelegt und nur eine Vision erinnerte sie noch einmal an diese Zeit als "Adlerschwinge".
In den nächsten beiden Tagen sah man die beiden sehr oft im Meer baden, voller Glück, dass jetzt auch der Tag sie nicht mehr trennen konnte. Die Gefährten rasteten in dieser Zeit vor des Drachenweibchens Höhle und ruhten sich ein wenig aus.
Lord Sariell brachte Boa das Schachspielen bei und öfter musste er Boa zur Ruhe ermahnen, denn sie war sehr ungeduldig. Es war kein Spiel für Drachen, denn Drachen lieben eigentlich nur Rätselraten.
Am dritten Tag brachen die Gefährten auf, denn die letzten Hürden waren noch nicht genommen, wie sie aus dem Buch der Prophezeiungen entnahmen. Sie verabschiedeten sich von Lady Sanara, der Priesterin des neu vereinten Drachenreiches und Wahir, dem Herrscher über diese Inseln.
So segelten sie weiter in Richtung Westen. Auch Boa machte sich auf ins Eisbergland zu ihrem Drachenmännchen, mit dem sie zusammen über die Eislande herrschen würde.


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Braune Berge


Da die Inseln und Welten durch die Ereignisse immer weiter aneinander rückten, konnte auch Xantia ihre Rückreise ins Land der Urwälder antreten. Auch die Gefährten brauchten nicht mehr lang zu segeln, bevor sie den letzten Drachenhügel aus dem Meer aufragen sahen.
Die Prophezeiung besagte, dass es bisher niemandem gelungen sei, die letzten Wächter der Drachen zu besiegen. Nur die Götter wüssten, wie man diese Geschöpfe besiegen kann. Und so kam es dann auch. Die Götter sendeten aus den Himmeln Feuerbälle ins Wasser und das Meer begann zu sprudeln und sich zu erheben. Noch bevor das letzte Ungeheuer gewaltigen Ausmaßes das Schiff zertrümmert hatte, erhob sich eine Sturmflut, welche diese Kreatur, leider auch das Schiff unter gewaltigen Wassermassen begrub. Die Wasser stülpten sich rechts und links übereinander und ließen einen Tunnel entstehen, in dem die Gefährten ohne Probleme hindurchgleiten konnten.
Am Ende des Tunnels, der mit Luft gefüllt war, landeten sie schwimmend an den Ufern der braunen Berge.
Durchnässt saßen die Gefährten am Lagerfeuer, glücklich den Ungeheuern entkommen zu sein. , doch auch traurig, dass sie ihr Schiff dabei verloren hatten. Puk las aus den Prophezeiungen vor:
"Der letzte Spross Satans wird vernichtet. Die Meere werden über ihn kommen,
denn das Feuer wird das Meer erwärmen und der Strudel der Welten wird sich auftun."
Diesen Abschnitt hatten die Gefährten hinter sich.
"Die Geschöpfe des Lichts werden den weiteren Weg weisen."
Was dies wohl heißen mochte...?
An dieser Stelle im Buch lag eine Karte. Puk entfaltete sie vorsichtig und alle beugten sich interessiert darüber. Sie schauten sich um und verglichen ihren jetzigen Standort mit der Karte.
Im Westen erstreckten sich einige Berggipfel und der Himmel war fast so braun wie das Land selbst. Puk las weiter: "Hier werden die Wege getrennt, denn die Elemente Wasser, Luft und Erde müssen vereint werden durch die drei heiligen Dinge: den Ring der Macht, das Amulett der Liebe und den Schlüssel der Weisheit."
"Der Ring wird auf den Wassern kommen in die verlorenen Welten, das Amulett durch die Luft, und der Schlüssel zu Land. Mühselig wird der Weg sein für einen jeden. Der "Eine" wird den Schlüssel drehen und der Spruch des Feuers wird die Welten wieder sichtbar machen."
Puk sah auf: "Wir sollten die Karte noch für jeden abzeichnen, damit ein jeder weiß, wo das Ziel zu finden ist." Lord Sariell grübelte inzwischen:
"Aber wie soll ich zu Wasser fahren ohne Schiff?"
"Und wie soll ich durch die Luft fliegen ohne Flügel?" erwiderte Lady Michelle.

Puk las noch einmal die letzten Abschnitte der Prophezeiungen, doch war darin nur noch ein Wächter erwähnt, der den Ring erkennen, das Amulett berühren und den Schlüssel entgegennehmen würde. Im letzten Satz war dann noch die Rede von dem "Einen", welcher sein Glück wiederfinden würde. Puk wurde ganz warm ums Herz. Voller Zuversicht meinte er:
"Es stand geschrieben, dass die Geschöpfe des Lichts uns den weiteren Weg weisen werden, also lasst uns bis morgen warten und ausruhen, denn ich glaube noch ein Stück Weg liegt vor uns."
So taten sie und legten sich nieder. Lord Sariell nahm seine Lady in den Arm und Lord Arcos und Puk schliefen auf der anderen Seite des Feuers.
Am nächsten Morgen, Lord Sariell erwachte als erstes und schaute übers Meer - ein Schiff lag dort und einige Lichtdrachen sah er am Himmel kreisen. Sie hatten das gesunkene Schiff geborgen und durch die Lüfte getragen. Lord Sariell weckte erst seine Lady. Sie wussten jetzt, dass die Trennung nah war und gingen hinunter zum Meer. Wie lange wohl würden sie sich nicht wiedersehen? Egal was geschehen sollte, sie würden die Erinnerung in ihren Herzen bewahren. So liebten sie sich ein letztes Mal voller Zärtlichkeit.

Die geflügelte Botschaft war inzwischen im Elbenlande angekommen und brachte die Nachricht von der bevorstehenden Erfüllung der Prophezeiung. Die Flügelelfen, welche die Boten im Reich waren verbreiteten sie überall. Bis unter die Wasser bei den Wasserelfen war sie zu vernehmen. Auch die Einhörner erfuhren von der bevorstehenden Erlösung. Die Priesterin der Elfen sandte eine Flügelelbin ins Land der braunen Berge.
So geschah es, dass als Lady Michelle und Lord Sariell wieder zum Feuer gingen, sie eine weiße Gestalt auf sie zukommen sahen. Kurz und undeutlich, doch wahrnehmbar erschien sie den beiden doch verschwand im nächsten Augenblick. Sie hinterließ an der Stelle, wo sie gestanden hatte zwei Flügel, welche die Lady aufhob. Sie wusste diese kamen aus dem Elfenreiche.

Gemeinsam weckten sie Puk und Lord Arcos. Die Zeit eilte und sie verabschiedeten sich voneinander mit schwerem Herzen. Puk und Lord Arcos machten sich auf den Weg Richtung Westen auf die Hügel der Berge zu. Lord Sariell küsste noch einmal seine Lady und bestieg das Beiboot. Langsam, immer weiter entfernte sich das Boot vom Ufer und Lady Michelle sah die Konturen ihres Geliebten verschwinden. Das Schiff segelte in die Weiten des Meeres und es blieb nunmehr nur ein brauner Flecken am Horizont. Der Mond tauchte hinter eine einsam treibende Wolke und jetzt sah Lady Michelle einen neuen Stern am westlichen Himmel,  - genau über der Stelle, wo Lord Sariell verschwunden war.



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Fr März 23, 2018 1:31 pm
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Verschollene Welten

Der Stern zog einen langen Schweif hinter sich her. Ein (unsicheres) Gefühl der Einsamkeit stieg in ihrem Herzen auf. Sie nahm die Flügel und erhob sich in die Lüfte. Sie flog über die Spitzen der braunen Berge, die aus dem Wasser herausragten. Ihr Flug führte sie über die Wolken bis sie die Erdkugel sah und noch höher an den anderen Planeten vorbei. Lady Michelle steuerte ihren Flug in Richtung eines Spiralnebels und immer weiter hinein. Am Ende sah sie neue Welten und Sterne, welche ihr unbekannt waren. Sie war fasziniert von diesem wundersamen Universum.

Einmal aber flog sie sehr weit runter über eine Oberfläche,
um sich das Land anzuschauen.
Doch hatte sie die Aufgabe vergessen, sie hatte sich ablenken lassen
und so schwanden ihre Kräfte. Sie fiel und fiel und verlor die Sinne.


Lord Sariell kämpfte mit den Tränen, als er das Schiff bestieg. Wie lange würde die Fahrt und die Trennung dauern? Er segelte an vielen Bergen vorbei, hinein in die Einsamkeit. Der Wind des Vergessens, welcher über diesen Landen und dem Meer wehte hauchte auch in ihm alle Erinnerungen aus. Er saß nur noch an Deck und staunte über Länder, die an ihm vorüberzogen.
Die Gewitter über den Bergen und die Regenbögen, die er sah, waren genauso beeindruckend wie die Sonnenuntergänge, welche jeden Abend ein neues Bild erscheinen ließen.
Fast wusste er nicht mehr ob er schlief oder wachte, als ein Stich in seinem Herzen ihn aufschrecken ließ. Was war geschehen? Er sah sich um und sah ein Land, welches ihn wieder in seine Trägheit und ins Vergessen ziehen wollte. Doch der Schmerz in seiner Brust erinnerte ihn an seine Lady und an die Aufgabe, die er vollkommen vergessen zu haben schien.
Voller Sorge stellte er sich jetzt ans Ruder und korrigierte den Kurs.

Lord Arcos und Puk trabten schweigend über das Land, kletterten hinauf und hinunter.
Allerlei Getier, vor allem Insekten sahen sie, deren Größe sie jedes Mal erstaunte.
So wanderten sie viele Tage in dieser öden Landschaft. Bis spät in die Nacht hinein ging ihr Marsch. Erst wenn die Sonne über den braunen Bergen unterging ließen sie sich zur Rast nieder. An den Abenden studierten sie die Karte, welche Puk für jeden abgezeichnet hatte.
Doch waren sie sich nicht sicher, ob sie jemals am Ziel ankommen würden.
Nach monatelangem Wandern legte sich eine Hoffnungslosigkeit auf sie, so dass sie nicht mehr weitergehen wollten. Selbst Puk, der sonst mit seinen Späßen jedermann zum Lachen bringen konnte war stumm und traurig geworden. Irgend etwas musste falsch gewesen sein auf ihrem Weg. Ermattet lagen sie in öder Wüste und die Tränen der Verzweiflung liefen Puk über die Augen. Sollte dies das Ende sein? Ihnen schien es so und sie träumten einen langen Traum.

Ein Sonnenstrahl drang durch die Wolkendecke und wärmte den durchnässten Körper, der regungslos am Strand lag. Lady Michelle spürte den Wind durch ihre Haare wehen. Die Sonne kämpfte mit den Wolken, die sich immer wieder zwischen das Licht und den erwachenden Körper schieben wollten. Doch die Kraft dieses Sonnenstrahls, gleich einer Erinnerung an eine Liebe, stieß direkt in des geschwächten Körpers Herz. Erschöpft hebt sie den Kopf von den Steinen.
Was war mit ihr geschehen? Langsam erinnert sie sich. Eine Faszination anderer Welten hatte sie ihre Aufgabe vergessen lassen, ja sogar ihre Liebe.
Nein - !
Sie stand auf und taumelte etwas. Diese Liebe wird sie nie vergessen! Langsam ordneten sich ihre Gedanken und das Ziel vor Augen ließ sie den nächsten Flug wagen.

Mit stechendem Herzen segelte Lord Sariell weiter über die Meere. Ihm schien die Zeit endlos zu sein und doch eines Abends sah er am westlichen Horizont eine Kugel, die aussah wie ein Planet, welcher ins Wasser tauchte. Die ganze Nacht segelte er darauf zu. Des Morgens sah er die Kugel wieder aus dem Wasser steigen. Um so näher er diesem Planeten kam um so mehr schöpfte er Hoffnung, dass dies der Eingang zu den verschollenen Welten sein musste. Er steuerte direkt auf die Kugel zu, welche von Regenbogen begleitet zu sein schien. War dieser Planet oder was es auch war erreichbar für ihn? Er war jetzt schon so nahe, dass er meinte gleich ins Innerste dieses Planeten vorzudringen. Alle Erwartungen hegend stieß er den Ring auf die äußere Hülle und...

Er sah eine Einfahrt von unendlich vielen Sternen und Planeten umgeben.
Ein Fluss zog sich durch das Universum, als ob Wasser, Erde und Luft vereinigt wurden.

Puk, den plötzlich ein Lichtstrahl traf, erwachte von irgendeiner Unruhe in seinem Inneren.
Er schaute auf und wunderte sich über diesen Planeten, den er auf einmal fern am Horizont sah.
Die Berge über den Wassern schienen immer noch die selben braunen Lande zu sein, doch hatte sich ein anderes Licht auf sie gelegt.
Lord Arcos, der ebenfalls gerade erwacht war, blickte benommen hoch.
Das Land war noch finster, doch von Stund an schien es grüner.
Es waren Bäume und andere Pflanzen zu sehen.
Selbst ein Pärchen friedlicher Wölfe gesellte sich zu ihnen.
Lord Arcos setzte sich: "Hoffnung erfüllt meinen Geist mit Zuversicht,
deswegen kann es nicht anders sein, als dass sich alle irgendwo hier eingefunden haben.
Die Zeit drängt, denn ich muss die Elemente vereinigen.
Dies ist meine letzte Aufgabe.
Sollte es misslingen, weil die anderen noch nicht hier angekommen sind,
ist unsere ganze Mission gescheitert und der Engel des Vergessens wird die Reiche für immer trennen."
Einen Moment hält er inne...
"Doch wenn die Liebe noch in den Herzen der Menschen lebt wird es gelingen."
So ging er allein zum Meer und vereinte die Welten durch die Magie des Feuers.

Jeder der Gefährten spürte es. Lady Michelle, als sie den letzten Anflug nahm auf eine Gestalt, die sie als den Wächter zwischen den Welten erkannte, Lord Sariell, als er die Hülle des Planeten durchbrochen hatte und den Fluss des Universums entlangfuhr und Puk, der dem Lord Arcos zusah und neben sich plötzlich eine Tür gewahrte, mitten in der Landschaft.




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Elbenreich

Puk sah Lord Arcos dem Meer entsteigen und zu ihm eilen. "Was stehst Du hier vor verschlossener Türe, Puk?" Der Lord schaute den Kleinen ungeduldig an. "Schließ auf!"
Puk wußte nicht, was er davon halten sollte und stotterte: "Aaabbber , ich gab Euch doch den Schlllüssel." Verdattert schaut der Kleine den Lord an. Dieser wühlte in seinen Taschen und schüttelte mit dem Kopf. "Ich hab ihn aber nicht." Dem Kleinen wollte schon das Herz in die Hose rutschen, als der Lord verschmitzt grinsend den Schlüssel aus dem Hemd zog.
Den Lord boxend und ein erleichtertes Lächeln auf den Lippen nahm Puk den Schlüssel.
Er drehte ihn und die Tür öffnete sich.

Vor ihnen lag ein Land, welches an Schönheit alles übertraf, was sie jemals gesehen hatten.
"Seid willkommen im Reiche der Phantasie." Der Wächter am Eingang verneigte sich vor den beiden. Puk übergab dem Wächter den Schlüssel und jener sprach: "Ich werde die Tore der Welten bewachen und jeder der in das Reich der Phantasie kommen will, wird von mir begrüßt werden. Niemals mehr möge dieser Schlüssel den Zugang schließen müssen. Solange die wahre Liebe lebt wird das Reich der Phantasie in den Träumen und Gedanken der Menschen sein."

Überwältigt von Gefühlen und Erinnerungen kamen Puk die Tränen geschossen. Sie hatten es geschafft. Sie waren am Ziel; beide konnten es noch nicht recht glauben.
Sie verabschiedeten sich von dem Wächter und betraten das Elfenreich.
Schon sahen sie das Schiff von Sariell herannahen und Puk hüpfte winkend auf Lord Arcos Schulter. Ein kleines Boot brachte sie zum Schiff. Die Wiedersehensfreude war groß und nur Lady Michelle fehlte noch.
Doch sie war schon längst in dem Elbenreich angelandet und nachdem der Wächter ihr Amulett berührt hatte ward sie zur Königin ins Elbenschloss geführt worden. Dort wartete sie am See der Gefühle zusammen mit der Königin auf die Ankunft der Gefährten.
Bald sahen jene auch den Eingang zum Schloss und fuhren dem Licht entgegen.
An Land angekommen führte sie ein Weg aus seltsamen Blumen durch den Schlossgarten. Unbeschreiblich war die Fülle der blühenden Pflanzen und die Farben der Schmetterlinge. Staunend gelangten die Gefährten zum Eingang, welcher mit wunderschönen Pflanzen umgeben war. Ein Licht strahlte so hell, dass sie die Augen zukneifen mussten. Sie traten durch das Tor und die Königin des Reiches erschien.
"Seid gegrüßt, ihr, die unserem Reiche die Freiheit wiedergaben." Noch bevor sie die begrüßenden Worte zu Ende gesprochen hatte, sah Lord Sariell seine Lady auf einer Blume sitzen.
Lächelnd nickte die Königin Lord Sariell zu. Er verneigte sich kurz vor der Königin und eilte zu ihr. Als sie fühlte, dass er in ihre Nähe kam, erwachte sie aus ihren Tagträumen. Sich umarmend und küssend flogen sie gemeinsam durch die Lüfte.
Auf einem einsamen Berg überließen sich die Liebenden ganz ihrer Gefühle.

Inzwischen zeigte die Königin der Elben den Gästen das Schloß und bewirtete sie reichlich. Tausende von Flügelelben brachten immer wieder neue Speisen. Lord Arcos und Puk kannten die meisten Früchte nicht, welche dort auf der Tafel lagen, doch alles hatte einen ganz individuellen Geschmack. Nach einer Weile kamen auch Lady Michelle und Lord Sariell wieder ins Schloß und groß war die Freude als sie sich begrüßten.


Die Königin der Elfen erhob sich feierlich und sprach: "Viele Jahre warteten wir auf diesen Augenblick, indem der "Eine" zu uns zurückkehren sollte." Dabei sah sie Puk liebevoll an. "Wir schrieben die Prophezeiungen auf, um ihm den Weg zu weisen und zu ebnen durch die Gemeinschaft der Liebe aller Wesen in den Welten. So nur konnte die Prophezeiung erfüllt werden, da die Geschöpfe der Welten ihren Sinn auf die Liebe richteten. Einzig und allein durch die Liebe ist der Weg in diese Reiche der Phantasie möglich geworden und nur durch die Liebe wird er wieder zu finden sein." Kurz schaute sie zu Lord Sariell und LadyMichelle. "Die Tore zu den Welten sind jetzt geöffnet und wir werden wieder in den Träumen der Menschen und Geschöpfe aller Welten sein. Doch weiterhin werdet ihr kämpfen müssen in den Welten, denn dies ist Eure Aufgabe. Doch wenn ihr mit den Schwertern der Liebe kämpft wird Euch das Land der Phantasien jederzeit Hilfe bringen. Denn die Liebe - sie wird Bestand haben."
Nach dieser Rede nahm die Königin Puk bei der Hand. Seine großen Augen leuchtend und doch ein wenig wehmütig auf seine Lady und seinen großen Freund Lord Arcos gerichtet, stand Puk auf. Liebevoll lächelnd strich Lady Michelle dem Kleinen über den Kopf. Lord Arcos knuffte Puk väterlich in die Seite und Lord Sariell nickte dem Gnom aufmunternd zu.
So ging Puk mit der Königin fort und keiner der Gefährten sah die beiden je wieder.


-----------------------------------------------
…….
Nur die Überlieferungen erzählen die Geschichte noch weiter.
Dort heißt es, dass die Königin ihren vor ewigen Zeiten
verlorenen Liebsten an den See der Einhörner führte.
Sie beide stiegen in die Wasser der Verwandlungen
und aus Liebe zu ihm gab die Königin
ihre menschliche Gestalt auf und verwandelte sich
in eine Seejungfrau,
damit er wieder Mensch werden konnte.
Auch nur die Überlieferungen berichten,
dass Lord Arcos und Lord Sariell in See stachen
und in ihre Lande zurückkehrten,
während Lady Michelle sich in die Lüfte schwang,
um in ihr Reich der Liebe und des Lichts zurückzufliegen.
Dort, so heißt es, wartet sie sehnsüchtig am Bache
oder am Lagerfeuer auf ihren Geliebten.



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Di Apr 17, 2018 12:33 am
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Die Geschichte ist übrigens auf meiner HP [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] mit seehr vielen Bildern hinterlegt und es würde mich freuen, wenn sie jemand liest, dann es ist schon sowas wie ein Lebenswerk außer der Geschichte, die ich veröffntlicht habe:
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Di Apr 17, 2018 3:12 pm
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So, ich habe mal den ersten Post gelesen
(das ist alles so viel, wieso bin ich erst jetzt hierher gekommen? XD)
und muss sagen, dass mich der Schreibstil sehr überrascht,
hier wird sehr viel Wert auf Zeitraffer gelegt, alles passiert nur kurz und innerhalb von zwei Zeilen ist ein ganzer Tag vergangen, aber man weiß trotzdem, was passiert ist.
Die gesamte Geschichte besitzt viel Potential und ich denke, man könnte es ausschöpfen,
wenn man alles mehr detaillieren würde (ihre genauen Gefühle, vielleicht verbunden mit der Seeluft)
oder auch die Weissagungen und Geschichten wären interessant zu lesen.



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Di Apr 17, 2018 7:53 pm
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Der "Zeitraffer" ist nur im ersten Kapitel, denn danach ist es Chronologisch aufgebaut - dann eben, wie die zwei die Welten bereisen und den Prophezeihungen, die im Kapitel 1 beschrieben sind erfüllen sollten.
Detaillierter in den Gefühlen wird es ja dann später und die Weissagungen der Geschichte klären sich auch später auf... so nach und nach bis zum Ende, denn der Spannungsbogen muss erhalten bleiben.
Danke für deine Responds [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]



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