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 Nestling

©Gast
Mo Aug 28, 2017 4:48 pm
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Gast

Ich klaue dann mal wieder von meinem ff.de Account und hoffe, dass ich irgendjmd hier mit meiner Liebe zu Drabblen anstecken kann. Hier also mein Neuestes in ganz neuen Terrain (Fantasy).
→ Hier also ein kleines Drabble über den ersten Flugversuch eines jungen Drachen:


Nestling

600 Wörter


Der Nestling senkt den Kopf vor ihr, zischt in Demut den Namen der nach dem Wind Benannten – ein zischelnder Laut, welcher unter seiner Zunge erbebt.
Ein grollendes Schnurren entweicht ihrer Kehle, bevor sie ihm einen Stoß gegen die noch ungeschützte Brust versetzt, um ihn nach hinten zu treiben.
Der junge Drache kauert sich entsetzt zu Boden, als er spürt, wie seine Schweifspitze von den absinkenden Winden gefangen genommen wird und die Schreie der kreisenden Vögel ihren Höhepunkt erreichen. Er reißt den Kopf zur Seite, zitternd, um nicht zusehen zu müssen, wie sie sich aufbäumt und im mütterlichen Stolz den Himmel zum brennen bringt.

Mit weit aufgerissenen Augen sucht er Hilfe bei der großen Gestalt, welche sich neben ihnen zusammengerollt hat. Doch der Blick des grauen Drachen zeugt lediglich von regem Interesse, als er den mächtigen Kopf auf seinen Klauen niederlässt, um das Geschehen zu beobachten.
Der Nestling bemerkt nicht die Sorge in den weisen Augen des älteren Tieres und schon lange nicht dessen zuckenden Schweif, betrachtet er ihn doch mit scheinbar ruhigem Blick.

Die Schultern der kleinen Kreatur verkrampfen sich bei dem Gedanken an die reißenden Winde, welche seinen Tod bedeuten könnten. Nutzlos hängen die noch viel zu großen Schwingen an seinen Seiten herab. Seine Krallen bohren sich in den harten Stein, der seine letzte Zuflucht zu sein scheint.

Die Drachendame ragt nicht länger über ihm auf, doch das liebevolle Kreischen seines Namens füllt ihn mit viel mehr Entsetzen.
In einem letzten, verzweifelten Versuch prescht er nach vorne, wird jedoch mühelos von der Drachendame an seinen Platz zurück gedrängt.

Und noch weiter.

Weiter.

Seine Krallen scharren über den losen Kiesboden, als die Membranen seiner Flügel im Wind zu flattern beginnen. Als er das Maul zu einem verzweifelten Schrei öffnet, schüttelt der große Drache den Kopf und gibt ihm einen letzten Ratschlag mit auf dem Weg.

Und mit einem mühelosen Stups des weichen Mauls schwindet der Boden.

Die Gedanken des jungen Drachen beginnen zu kreisen und holen den Wind ein, welcher nicht in der Lage zu sein scheint, seinen Körper zu tragen.
Er spürt kaum die Nässe der schweren Tropfen, als er die Wolkendecke durchbricht und auf den näher kommenden Boden zurast.

Tiefer!

Sein Instinkt sagt ihm, dass er die Flügel entfalten soll, doch der Wind ist unnachgiebig und presst die rettenden Schwingen an seinen Körper.

Er schließt die Augen – wartet auf den Aufprall.

Der dumpfe Schlag, welcher seinen Körper durchfährt, ist weniger hart, als er erwartet hat. Mit Mühe blinzelt er und erhascht Blick auf einen grauen Schuppenpanzer, welcher sich mit jedem Flügelschlag wölbt.
Obwohl die scharfen Schuppen über seinen unentwickelten Panzer schaben, fühlt er sich geschützt. Mit einem wohligen Knurren lässt er sich platt auf dem Rücken seines Retters nieder und erlaubt seinen Schwingen im nicht länger bedrohlichen Wind zu flattern.

Seicht zupfen die Winde an ihm – und plötzlich ist da nichts mehr. Weg der schützende Panzer, welcher ihn getragen hat, stürzt er in einem Wirrwarr aus Flügeln und Klauen in Richtung Boden.

Doch dieses Mal wird er früher gefangen, in die Luft gestupst, nur um erneut zu fallen – und wieder.

Der Nestling senkt die unteren Augenlider, um sich vor dem Wind zu schützen. Nun sieht er die Welt in einem tiefen blau –  sieht verschwommen, wie die Wolken auf ihn zurasen – schnappt nach der dünnen Luft und schaut schließlich in die ermutigenden Augen des großen Drachen, welcher sich dicht unter ihm hält.
Dieser imitiert den Laut des mächtigsten Vogels – seinen Namen – bevor er ihn erneut in die Luft stößt.

Und dieses Mal umhüllen ihn die Winde, tragen ihn.
Stolzes Gebrüll halt durch die Schlucht, als er seinen Erfolg herausschreit.


✿ ✿ ✿

„Vertraue nicht dem Schicksal, vertraue deiner Zuversicht und denjenigen, die dich niemals fallen lassen würden.“



©Grasherz
Mi Nov 22, 2017 12:10 am
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Mentor
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Hey :)
Ich habe mir deine Geschichte durchgelesen und fand sie sehr schön geschrieben ;) Würde mich über weiteren Lesekram von dir freuen ^^
LG vom Gräschen



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