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Wookie

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Scharfkralle

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Aus dem Leben einer Magersüchtigen - Eine Kurzgeschichte



Krankenhaus. Kahle Wände und ein leeres Bett. Stille. Vor einer Stunde hat das Elektrokardiogramm aufgehört ihren Puls zu übertragen. Vor einer Stunde hörte ihr Herz auf zu schlagen.

Die Oberschenkel so dick wie Streichhölzer. Der Bauch so prall wie ein Brett. Das Gesicht gepolstert wie ein hundert Jahre alter Schädel.
Zu viel. Zu dick. Nicht gut genug.
Eine junge Frau betrachtet sich im Spiegel.
Die Wimperntusche auf dem Gesicht ist zerlaufen, unterstreicht die fahle Haut und die eingefallenen Augen noch mehr als zuvor.
Ihre dürren Finger greifen nach dem ausgeleierten Fetzen Haut an ihrem bauch. "Dick. Viel zu dick", flüstert sie und zieht den Bauch immer weiter ein, doch es hilft nicht.
Ihr Erscheinungsbild ändert sich nicht. Wieso kann sie nicht schön sein?
,Hässlich', haben sie gesagt. ,Viel zu dick', haben sie gesagt.

Sie dreht sich weg, kann ihr eigenes Spiegelbild nicht mehr ertragen.
Ihre Seele ist inzwischen genauso zerfallen und zerstört wie ihr Körper. Die leere Hülle, die er noch ist.
Kalt. Sie hat immer kalt. Ihre Seele ist kalt. Sie fühlt nicht mehr.
Essen kann sich schon lange nicht mehr, viel zu gross ist die Schuld, die sie dann trifft.
Erschöpft lässt sich das Mädchen, welches eigentlich eine Frau wäre, ins Bett fallen.
Selbst die weiche Bettwäsche schmerzt. Alles tut weh.
Jeder Knochen scheint auf einem jeweils anderen zu reiben, als habe es keine Gelenke dazwischen.
Achtzehn wurde sie vor kurzem, doch man sieht es nicht. An ihrem Geburtstag hat sie sich in ihrem Zimmer eingesperrt und geweint. Ein Stück Kuchen hat 400 Kalorien. Zu viel. Viel zu viel.
Die ausgemergelten Finger werden ausgestreckt, die Klauen eines sterbenden Vogels, greifen nach einem Magazin auf dem staubigen Boden neben dem dreckigen Bett. Fürs Putzen hat sie schon lange keine Kraft mehr.
Das Heft ist kaputt. Völlig durchgelesen.
Sanft streicht das Mädchen über den Umschlag. Wunderschön. Wieso kann sie nicht so wunderschön sein? Warum sind diese Frauen nicht so dick?
Weniger als gar nichts kann sie nicht essen.
Mit aller Kraft, die noch in der Hülle eines Körpers steckt, wird das Magazin weggeschleudert. Sie schluchzt. Ein Hilfeschrei.
Hört sie denn keiner?

Das Haus ist leer. Die Eltern sind in den Urlaub gefahren. Urlaub von ihr?
Sie atmet tief durch und steht auf. Zu viel liegen ist nicht gut, da verbrennt man keine Kalorien. Da wird sie noch dicker.

Der Gang, schleppend. Der Atem, wie ein absterbender Automotor.
Die Gestalt wie ein Wesen aus einer fremden galaxie.
Kein Mensch mehr, schon lange nicht mehr.  Menschen leben - Sie vegetiert.
Das Wesen schleicht durch die Wohnung. Die Kleider, die es trägt, sind viel zu gross, keiner soll das Fett sehen. Unsichtbar.

Die Haustür bringt sie nur mit der grössten Mühe auf. War diese schon immer so schwer?
Jeder Schritt schmerzt. Alles schmerzt. Nur ihre Seele nicht.
Draussen ist es kalt. Noch kälter als drinnen. Der übergrosse Wintermantel hilft nicht.
Sollte Fett nicht eigentlich wärmen?

Wenn sie rennt, kann man es beinahe klappern hören. Eleganz einer Hyäne.
Dabei wollte sie eine Gazelle sein.
Sie rennt immer. In einer Stunde verbraucht man 350 Kalorien.
Wieso verschwindet das Fett nicht?
Keine Energie mehr. Sie darf nicht rennen, hat der Arzt gesagt. Zu gefährlich.
Sie rennt trotzdem.
Ihre Beine tragen sie an einem Fluss entlang, dass diese überhaupt noch etwas tragen können?
Menschen baden im Wasser. Dünne Menschen, schöne menschen.
Nur schöne menschen dürfen sich zeigen.
Sie ist nicht schön.
Das Wasser ist sowieso viel zu kalt und mit einem Mantel kann man nicht baden.
Keiner sieht sie. Keiner will sie ansehen. Unsichtbar.

Sie kann ihr Haus sehen, schneller immer schneller. Bald ist es vorbei. Doch schneller geht nicht.
Immer langsamer werden ihre Schritte. Immer keuchender der Atem.
Ein Auto, das noch wenige Meter vor sich hin kriecht, bevor es den Geist aufgibt.
Ihre Beine geben nach. Warum hört man es nicht klappern, wenn sie auf dem Boden aufschlägt?


Blaulicht. Ihre Haut ist inzwischen auch blau.
Bricht etwas, wenn man sie anfasst?
Die Diagnose im Krankenhaus hört sie nicht mehr.
Magersucht. Todessucht.


Dieser Beitrag wurde am Mo Mai 29, 2017 9:21 pm erstellt.

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Schattenjunges

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Aus dem Leben einer Magersüchtigen - Eine Kurzgeschichte



Uff.... Auch wenn es ein künstlerischer Text ist, weiß ich nicht ob du damit nicht gegen die Forumsregeln verstoßen hast. Aber der ist dir gut gelungen, besonders mag ich deine Stilmittel am Anfang. Wie bist du eigentlich dazu gekommen so etwas zu schreiben, magst du mir eine PN schickendie mir das beantwortet? Du musst nicht wenn du nicht willst.


Dieser Beitrag wurde am Mi Mai 31, 2017 2:44 pm erstellt.

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Scharfkralle

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Aus dem Leben einer Magersüchtigen - Eine Kurzgeschichte



[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]: Gegen die Forenregeln verstösst dieser Text definitiv nicht, da kann ich dich beruhigen. Ich wüsste um ehrlich gesagt auch nicht was daran jetzt so verwerflich sein sollte, dass es gegen die Regeln verstossen könnte..

Und eigentlich war das ein Aufsatz. Wir konnten zum Thema Trends eine Erörterung oder eine Kurzgeschichte schreiben, wobei ich mich für die Kurzgeschichte entschieden habe.


Dieser Beitrag wurde am Mi Mai 31, 2017 6:59 pm erstellt.

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Aus dem Leben einer Magersüchtigen - Eine Kurzgeschichte



Nun ja, ich meine in den Regeln gelesen zu haben, dass solche triggernden Inhalte nicht gepostet werden darf. Damit könnte ich auch weit ausholen, aber das lassen wir jetzt mal.


Dieser Beitrag wurde am Mi Mai 31, 2017 7:16 pm erstellt.

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Aus dem Leben einer Magersüchtigen - Eine Kurzgeschichte



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Verboten sind Beiträge mit rassistischem, illegalen, pornographischem oder gewaltverherrlichendem Inhalt. Was ja hier offensichtlich nicht der Fall ist.

Ich verstehe zwar, weswegen du dies als "triggernd" einordnest, bzw. interpretierst, allerdings bin ich der Ansicht, dass psychischen Krankheiten in unserer Gesellschaft sowieso zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Diese werden oft als tabuisiert wahrgenommen, wobei meines Erachtens genau Sensibilisierung und Aufklärung wichtig wäre, was leider zu wenig betrieben wird.

Psychische Krankheiten, o.Ä. als etwas abzustempeln worüber man nicht reden oder schreiben soll, finde ich einen komplett falschen Ansatz.


Dieser Beitrag wurde am Mi Mai 31, 2017 7:24 pm erstellt.

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Schattenjunges

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Aus dem Leben einer Magersüchtigen - Eine Kurzgeschichte



Stimmt, es ist falsch zu sagen, oder so zu tun als dürfe man darüber nicht reden, jedoch ist die Gesellschaft das Problem, da diese Menschen mit psychischen Erkrankungen als Freaks oder Psycho abstempelt.


Dieser Beitrag wurde am Mi Mai 31, 2017 9:19 pm erstellt.

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