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Wellenfrost

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[Kurzgeschichte] Plötzlich schwanger!



Kleines Vorwort
Hallo Leute!
Wer meine Geschichten kennt, weiß, dass kurzfassen ein Fremdwort für mich ist. :'D Hach, Deutsch Inhaltsangabe - heul. :c Nun ja, aber da Angelika ([Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]) mal einen Traum hatte und mir von diesem erzählt hat, kam ich auf den Gedanken, das ganze auszuschmücken und eine Kurzgeschichte draus zu machen. Das ganze ist nun eine Weile her, aber endlich habe ich die Motivation und Zeit gefunden. xD Ich hoffe, es wird nicht zu lange und ich komme zu einem Ende (Oh Gott, ich schaffe es ja nicht mal, im Vorwort zum Ende zu kommen. Help.) uund ihr freue mich auf (positives/konstruktives [negatives]) Feedback! :3 Ich mache das ganze auch einfach, um mal eine Kurzgeschichte auszuprobieren - hab ich bisher noch nicht wirklich gemacht. Also, have Fun, kleiner Fusseldussel! °-° [Hui, ich wollte gerade Kapitel 1 schreiben und dann fällt mir wieder ein, dass es ja ein Oneshot wird :'D]

Plötzlich schwanger!

Flackernde Lichter. Tiefe Schatten. Eine verschwommene Welt.
Ich nippte an meinem Cocktail und merkte, wie er mir die Kehle hinunter rann und sofort anfing zu wirken. Etwas hämmerte hart gegen meinen Kopf und versuchte einen seltsam stechenden Schmerz. Mein Herz klopfte heftig und aufgeregt. Adrenalin und der Drang, mich durchzusetzen, zu wieder setzen, stieg in mir hoch. Ich wusste, dass ich Alkohol überhaupt nicht vertrug und bisher nur sehr wenig davon getrunken hatte. Und doch würde ich heute, nur diese eine Nacht, einmal nicht der absolute Streber sein, für den mich alle hielten. Einmal nur, würde ich mich komplett betrinken und würde diese Nacht nie vergessen. Ich wusste noch nicht, wie richtig ich damit lag. Ich wusste damals noch nicht, wie viel so eine Nacht verändern kann, alles auf den Kopf stellen kann. Unruhig fuhr ich mir mit einer Hand durch meine langen, lockigen Haare und zerzauste sie noch mehr, als sie sonst schon waren und das sollte was heißen. Ich hatte heute fast den ganzen Abend damit verbracht, sie zu richten und doch hatte es gar nichts genützt, nicht bei meiner Mähne. Vorsichtig schielte ich mit meinen Augen auf meinen kurzen, schwarzen Rock und bemerkte unruhig, wie viel Haut ich doch zeigte. Zusammen mit dem kurzen Top, das einen tiefen Ausschnitt hatte und mein Dekolleté. Am liebsten wäre ich aufgestanden und wieder gegangen, aber ich durfte nicht, ich musste das durchziehen, mein Ego würde mir das nie verzeihen. Jedenfalls schien es dem schwarzhaarigen Mann, der neben mir saß, sehr zu gefallen, demnach zu urteilen, was für Blicke er mir zuwarf. Absolut und unaussprechlich widerlich und ekelhaft. Ich war gerade mal achtzehn und somit volljährig, noch nicht mal mit der Schule fertig und der war bestimmt schon total alt. Anfang dreißig? Ende zwanzig? Vielleicht ja auch vierzig? Er konnte wer weiß wie alt sein! Und könnte sonst was mit mir machen, während ich zu betrunken war, um die Welt wahrzunehmen. Panik stieg in mir auf und ich versuchte wild sie zu unterdrücken. Ruhig, Claire, du musst das durchziehen. Und du fängst jetzt schon an, Selbstgespräche zu führen. Ein hysterisches Kichern entschlüpfte meinen mit Lippenstift verunstalteten Lippen und peinlich berührt schlug ich mir die Hand auf den Mund und lief augenblicklich rot an. Zu spät bemerkte ich, dass meine andere Hand noch in meinen Haaren hing und ich wohl vergessen hatte, sie da hinaus zu nehmen. Verdammt, hatte ich den Mann neben mir so angestarrt? Mit einer Hand in den Haaren? Dämlich, dämlich, dämlich! Wie in Zeitlupe beobachtete ich, wie der Cocktail, den ich eben noch getrunken hatte, hinunter fiel. Verzweifelt versuchte ich die eine Hand aus meinen Haaren zu holen, kapierte nicht, dass die, die an meinem Mund lag, viel näher war und versagte äußerst kläglich. Warum hatte ich auch so lockige, knotige Haare? Das Glas fiel weiterhin und ich schloss die Augen, nahm meine Arme hinunter, und presste die Lippen fest zusammen, bis nur noch ein Strich zusehen war. Adieu, du wunderschöner, junger Abend. Man würde mich bestimmt hinauswerfen und aus dem Club verbannen. Ich wartete ängstlich und mit pochendem Herzen - doch kein zerschellen am Boden. Kein Laut, kein klirren von einem Glas, dass auf einen harten Boden knallte und zersprang. Als ich meine Augen wieder öffnete, hielt der Mann neben mir den Cocktail in der Hand und stellte ihn vor mir ab. Mann o Mann,  der hatte verdammt gute Reflexe. Oder zu mindestens bessere als ich. Und er sah auch noch gut aus. Tiefe, blaue Augen, schwarze Haare, ebenfalls dunkler Dreitagebart. Bestimmt war er doch erst Anfang zwanzig und keine vierzig. Und wie verführerisch er mich anlächelte...


Total übermüdet öffnete ich meine Augen. Mein Kopf dröhnte so heftig, pochte und schmerzte, dass ich eine Weile brauchte, um klar sehen zu können. Um der verschwommenen Welt um mich herum Farben und Konturen zuzuordnen. Doch sofort wünschte ich, ich hätte meine Augen einfach geschlossen gelassen, auch wenn das die Situation nicht geändert hätte. Denn was ich sah, gefiel mir gar nicht, so ganz und gar nicht. Neben mir lag ein Mann, vielleicht Mitte zwanzig, mit schwarzen Haaren und Dreitagebart und schlief seelenruhig, schnaubte leise und sah trotzdem verdammt gut dabei aus. Doch eine Sache störte mich am meisten; er hatte seinen einen Arm um meine Taille gelegt und hielt mich fest bei sich. Der Arm eines Fremden Armes lag um meine Taille. Und ich lag offenbar in seinem Bett. Unruhig und wirklich, wirklich ängstlich, sah ich mich um vorsichtig. Jepp, toll gemacht, Claire. Du betrinkst dich das erste mal in deinem kompletten Leben, und schon bist du so weg, dass du zu einem Fremden ins Bett steigst. Lass mich beten, dass er nur freundlich war und nicht.. Aber selbst ich, als naivstes Mädchen der Schule bekannt, wusste, dass das sehr unwahrscheinlich war, wenn nicht sogar unmöglich war. Heftig atmend schloss ich meine Augen und dachte scharf nach, so gut es eben ging. Die beste Option war wohl, wenn ich vorsichtig aufstand und verschwand, bevor er aufwachte. Verdammt! Selina hatte mir zwar gesagt, dass betrunken sein lustig seien konnte, aber vor Folgen hatte sie mich nicht gewarnt, nicht einmal annähernd. Was für eine tolle beste Freundin ich doch hatte. Aber eigentlich hätte ich es mir selbst denken können, hätte kluger seien müssen. In meinem Kopf war gestern nur noch der Gedanke gewesen endlich, endlich einmal nicht das naive Mädchen zu sein. Endlich mal auch trinken! Ja, vielleicht hatte ich an nichts anderes mehr gedacht. Seufzend, halb stöhnend, öffnete ich schließlich meine Augen - und hätte fast laut losgeschrien. Mein Blick traf den Blick von zwei blauen Augen und ich zuckte  erschrocken und mit klopfendem Herzen zusammen. "Ähm.. hiii", meinte ich zögernd und lief dabei vermutlich röter an als eine äußerst reife Tomate. Beunruhigt zeigte ich - wem eigentlich? - mit einem halben Lächeln meine weißen Zähne, während der Schock nur minimal abnahm. Okay, Claire, du kriegst das schon wieder hin. Irgendwie. "Njofriman ki lavanti rorsmörvi", antwortete er mit einem verführerischen und verstohlenen Grinsen im Gesicht und seine Hände wanderten langsam aber sicher in Richtung meines BHs, den ich trug. Erst in diesem Moment begriff ich, dass ich nur meine knappe Unterwäsche trug. Diesmal konnte ich den Schrei nicht unterdrücken - es klang sehr wie ein hysterisches Wimmern- und rückte so schnell ich konnte von ihm weg, ans andere Ende des Bettes und hob die blitzschnell Decke vor mich, bis nur noch mein Kopf und meine Hände zu sehen waren. Mein Kopf war kochend heiß und pochte unangenehm vor Scham, während ich doch glatt vollkommen die Tatsache vergaß, dass der Schwarzhaarige mich mit einer mir fremden Sprache angesprochen hatte. "Akiti mahi ki?", sagte der Mann stirnrunzelnd und vielleicht sogar ein wenig verletzt. Ah jaa, das war sie wieder, die Tatsache, dass er in Deutschland eine definitiv andere Sprache als Deutsch sprach. Doch irgendwie, ich weiß ja nicht wie, es lag bestimmt nicht an der Tatsache, dass ich meinem Gegenüber wie gebannt auf den äußerst durchtrainierten Bauch stierte, wurde erneut von dieser beunruhigenden Tatsache ablenkt. Warum nochmal hatte ich die Decke weggezogen, so, dass er  halbnackt vor mir lag..? "Äähm, sorry, ich verstehe Sie... dich... ach egal, nicht?", riss ich mich los und brachte ein halbherziges Lächeln zustande. Oh mein Gott, duzte oder siezte man einen Mann, den man vor weniger als vierundzwanzig Stunden in einer Kneipe kennen gelernt hatte? Ach was, das waren definitiv nicht meine schlimmsten Sorgen, die ich im Moment hatte, also stopp. Stopp. So, so dumm, Claire! Denk nach. Deine Mutter fragt sich bestimmt gerade wo du bleibst und wo du bist. Was sagst du ihr? Wie kommst du nach Hause? Wieso? Wiesooo...  Bittere Angst und kalte Panik stiegen in mir auf und ich hatte am liebsten Lust, einfach zu weinen. Mich an die Brust dieses Mannes zu lehnen, zu weinen und er umarmt mich und tätschelt mich und spricht weiter mit seiner komischen Sprache auf mich ein.. Moment. Dem musste ich wohl doch auf den Grund gehen. Tapfer biss ich mir auf meine Unterlippe, seufzte ergeben und sah wieder hoch in sein Gesicht. Der Schwarzhaarige guckte, wenn möglich, noch verwirrter drein und versuchte es wieder in seiner Sprache. Als ich nur wortlos den Kopf schüttelte und mir nur mühsam ein Augenrollen unterdrückte - das war in dieser Situation vielleicht nicht ganz so angemessen, aber die Angst stellte anscheinend verrückte Dinge mit einem an-, verstand er. Endlich!, zischte ich innerlich und atmete tief aus. Jetzt würde alles besser werden. "Isch kann ein wenig enklisch, wenn du können", meinte er darauf und zeigte mir seine perfekten, ebenmäßigen, weißen, wunderschönen Zähne.. Heilige Kuh, Claire! Du musst in dieser Situation denken. Denken. Meine Gedanken wanderten von seinem Englisch, zu meiner Schule. Gott sei Dank war Wochenende. Ich schmunzelte, als mir ein Gedanke kam. Meine Englisch LK Lehrerin wäre sicherlich enttäuscht von seinem Englisch, sie war sehr streng, aber in diesem Moment war es deutlich besser als nichts. Wie zur Hölle war ich mit ihm ins Bett gekommen, wo er doch eine komplett andere Sprache sprach?! "Jaah, ich spreche Englisch. Ähm.. wie heißt du eigentlich?", fragte ich ihn, mal wieder - oder immer noch? Hach, ich hatte den Überblick verloren - hochrot. Mir war ziemlich heiß und ich könnte schwören, dass der Mann mich mitleidig anschaute. Na danke! Sollte man sowas zu seinem Onenightstand sagen oder galt das zu den No-Go-Dingen? Aber ich musste doch wenigstens seinen Namen wissen. Oder? Ja, definitiv. Oh Goott, Selina, ich werde dich töten! Du blöde, blöde.. Innerlich verfluchte ich meine Freundin und ihre tollen Ideen. "Isch sein James, mein Name. Isch dachte du wüsstest das, Cläreh." Okay, er kannte meinen Namen - wenn diese Krankheit von Cläreh Claire heißen sollte - und ich seinen nicht. Nicht gut. Gar nicht gut. "Uund, wo bin ich hier?" "Bei mich im Bett." Ja, wow. Das hatte ich verstanden. Danke, James. Du bist zwar hübsch, aber nicht gerade die hellste Geburtstagskerze auf dem Kuchen. Aber warum sprichst du kein deutsch, hm? Wir sind hier doch wohl in Deutschland.. oder? Eine plötzliche Panik überfiel mich, lief mir kalt den Rücken hinunter, bis ich anfing zu zittern. Wild strampelte ich mich aus der Decke, in die ich mich gewickelt hatte, um aufzuspringen. Mir war sowas von egal, dass er mich halbnackt sah. Oh Gott, er hatte mich vermutlich schon ganz nackt gesehen! Nicht nachdenken, Claire, nicht! Diesmal besser nicht, diesmal ist das gar keine gute Idee. Einfach Handeln. Überlass alles deinem Mund. Du fährst jetzt nach Hause und bringst Selina um. Ja. Das war ein Plan. Wenigstens etwas, an das ich mich klammern konnte. "James? Sorry, aber ich würde gerne nach Hause.." Ich könnte schwören, dass er gerade die Augen verdreht hatte. Mistkerl.

Viele Monate und noch viel mehr Tage später..~
Tränen liefen mir kalt die Wangen hinunter und verbrannten eisig alles, was sie  erreichen konnten. Mein Herz schlug schmerzhaft gegen meine Rippen und ich zitterte am ganzen Körper, während mich ein Schauder nach dem anderen überlief. Nur am Rande meines Bewusstseins nahm ich war, dass ich die verschwommene Decke fixierte. Warum?, fragte ich mich immer und immer wieder. Plötzlich und ohne Vorwarnung überkam mich Wut, unfassbare Wut und ich schrie laut. "Scheiße, scheiße, scheiße!", schrie ich, meine Kehle schmerzte bei den lauten Tönen, aber ich empfing den Schmerz mit Freuden. Das Bad kam mir nun so klein vor, ich fühlte mich eingeengt, die Wände rückten immer Näher. Vor lauter Wut und Frustration schlug ich mit meinen Fäusten gegen die Wände, nur damit sie aufhörten, mich einzuengen. Doch es gab kein Entkommen aus diesem Gefängnis. Ich hob meinen Blick und sah in den Spiegel. "WARUM?", brüllte ich mein Spiegelbild an, schrie mit aller Kraft, warf alle meine Wut in dieses Wort. Doch es half nichts. Ein anderer Mensch mit tiefen Augenringen, verknoteten braunen Haaren und Wangen, rot von Tränen, starrte mir unentwegt entgegen. Mein Herz drohte zu explodieren und ein neuer Tränenschauer überlief mich, zusammen mit einer unglaublichen Müdigkeit. Ich wollte nicht mehr. Ich konnte nicht mehr. Mach das es aufhört! Schluchzend kämpfte ich nicht wieder gegen den Tränenstrom an und sank langsam in mich zusammen, bis ich auf den kalten Fliesen saß. Doch die Kälte war nichts gegen den Schmerz, der in meinem Herzen lauerte. Es war, als wäre ich innerlich zerrissen. Weinend umfasste ich meine Knie, krallte meine Hände in meine Hose und vergrub mein Gesicht in meine Beine, nur um diese schreckliche Welt nicht mehr sehen zu müssen. Meine Haare fielen über mich, wie ein dichter Vorhang und verhüllten mich. "Warum?", flüsterte ich erneut, diesmal klang meine Stimme heiser vom Schmerz und äußerst kränklich. Krank. Wenn es doch nur eine Krankheit wäre. Aber keine Krankheit konnte so weh tun, wie das Herz, das gerade meine Brust zerriss und immer wieder gegen meine Rippen stieß. Die Papiere von meinem Arzt lagen zerrissen und zu einem Papierhaufen getürmt, neben meinem zerstörten Ich, darauf ein zweigeteilter Schwangerschaftstest. Beides positiv. Beides hatte mein Leben so drastisch verändert. Sowas konnte auch nur mir passieren! Ich betrinke mich einmal in meinem verdammten Leben, ein einziges Mal und wache schwanger wieder auf. Andere aus meinem Jahrgang betranken sich jedes Wochenende und waren nie so weg, dass sie neben einem fremden Mann im Bett aufwachten. Und selbst wenn, dann eben nicht nur irgendwo, sondern in einem verdammten, anderen Land. Bis heute wusste ich nicht, wie ich dort hingekommen war, aber jetzt war es zu spät und vollkommen egal. Vielleicht sollte ich James anrufen und ihm Bescheid sagen. Vielleicht würde er kommen, mir helfen, als Ritter in glänzender Rüstung. Schlechte Idee. Er kannte mich bestimmt nicht mal mehr, hatte mich vergessen und ausgewechselt. Dabei hätte diese Woche so schön werden können und in Ruhe hätte ich morgen meinen neunzehnten Geburtstag gefeiert, zusammen mit Selina, der ich natürlich vergeben hatte. Ich hatte endlich mein Abitur hinter mir und würde bald die Punkte bekommen, die sicherlich äußerst gut seien würden. Aber jetzt. Jetzt war alles anders.. Übelkeit, ob vor Angst, oder aus anderen Gründen, konnte ich nicht sagen, und ich öffnete blitzschnell den Toilettendeckel und übergab mich. Ich keuchte und stemmte mich mit den Händen hoch. Wieder rannen stumme Tränen meine Wangen hinab und tropften langsam hinab, durchnässten meine Wangen, während meine Arme anfingen unkontrolliert zu zittern und dieses Zittern durch meinen ganzen Körper lief. Meine Haare klebten an mir, nass von all den Tränen, als ich schluchzend aufstand und mein Erbrochenes hinunterspülte. Gerade wischte ich mit meinem Ärmel die Tränen fort, obwohl dies unsinnig war, da immer neue hinterher kamen, als mein Handy brummte. Mein Freund rief mich an. Mit Jonathan Mortimer Paul Luci-Markus Moritz Horst-Kevin-Jeremy-Pascal (letzteres ist der Nachname) hatte er vielleicht nicht unbedingt den schönsten Namen, aber er hatte ein sehr großes Herz - größer als sein Name lang ist. Unter anderem konnte er mich unter jeder Situation wieder aufmuntern. Doch jetzt konnte selbst er es nicht schaffen. Noch nie hatte ich keine Lust gehabt, seinen Anruf nicht anzunehmen. Doch jetzt, jetzt, nur jetzt, wollte ich lieber alleine sein. Wieder sank ich zu Boden und das Klingeln ging in meinem Schluchzer unter, bis es schließlich verstummte und nur noch ein wimmerndes Geräusch die Wände wieder hallte.

Weinend lehnte ich mich an Jonathan. Vorsichtig streichelte er mir über meine - wie immer - verknoteten und ungepflegten Haare und flüsterte Sachen wie "Schsch, alles wird gut". Wie gern ich ihm glauben würde, aufhören würde zu weinen, seine Lippen auf meinen spüren und alles vergessen. Doch ich schluchzte nur weiter und immer mehr Tränen flossen meine Wangen hinunter. Nein, nichts würde mehr gut werden. Zu oft hatte ich den letzten Tagen Tränen vergossen, ich fühlte mich so leer. Wo eigentlich mein Herz schmerzen sollte, war nur noch ein leeres Loch. Es war vor lauter Angst, vor Frust, vor Wut und vor üblem Schmerz zerbrochen. Hatte dem Druck nicht standgehalten und mich alleine gelassen. Nur meinen Freund ließ ich an mich heran und auch nur das bedingt. Ich wollte ihn nicht verletzten, nicht meine Wutanfälle an ihn richten. Er konnte nichts dafür. All dies, alles was kommen würde, baute auf meinem verdammten Fehler auf. Wegen einem Fehler war mein Leben nun so. Voller Tränen und Schmerz. Ich war innerlich ein zerrissenes Wrack gewesen, doch jetzt steht es fest, es gab keinen Ausweg mehr. Mit einer Hand fuhr ich mir leicht über den runden Bauch und noch mehr Tränen stiegen in mir hoch. Mein Baby hatte eine bessere, eine klügere Mutter verdient. Niemanden, der so blöd war wie ich. Es war alles meine Schuld und es konnte nichts dafür. Ich würde dafür sorgen, dass es das wusste. Auch wenn ich ihm vielleicht keine gute Mutter seien konnte.. Jemand anderes würde es bestimmt schaffen. Eine plötzliche Welle Schmerz schwappte über mich, sie war so unglaublich intensiv und hatte nichts mit meinem Herzen zu tun. Ich schrie auf, stieß Jonathan von mir, der verletzt und verwirrt aussah. Doch ich achtete nicht auf ihn, konnte es gar nicht, denn weitere, schmerzhafte Krämpfe durchfuhren mich immer und immer wieder. Fast im Gleichtakt schrie ich weiter. Schrie, schrie, schrie. Schrie, damit es aufhörte. "Bitte", wimmerte ich verzweifelt und verkrampfte mich. Der Schmerz hörte einfach nicht auf, nein, er wurde immer schlimmer, bis er mich komplett ausfüllte. Ich merkte, wie ich stolperte, fiel und Jonathan mich auffing. Er hielt mich in seine starken Armen und ich konnte nicht anders, als ihn anzusehen, zu schreien, zu weinen. Die Tränen verschleierten meine Sicht und wurden immer mehr, meine Ohren waren Taub und ich hörte Jonathan und meine Schreie wie von weit her. Langsam verdunkelte er sich vor meinen Augen. Flackernde Lichter. Tiefe Schatten. Eine verschwommene Welt. Dunkle Schwärze empfing mich und das letzte was ich spürte, war Schmerz.

Er schrie nicht lange. Dann öffnete er, so schnell, seine Augen. Er war so klug, so zart, so klein, so zerbrechlich. Dieses wunderbare Geschöpf, dass in meinen Armen lag und plötzlich eine vollkommen andere Welt eröffnete. Mein Leben war, seit ich von ihm wusste, so komplett gedreht worden, all der Schmerz. Doch es war alles vergessen, als er da in meinen Armen lag. Ich hatte schon auf seinem kleinen Kopf braune Haare erkennen können, so braun wie die meinen. Doch als er nun seine kleinen Augen öffnete und mich so mutig ansah.. Eine einzelne Träne verirrte sich auf mein Gesicht und ich lächelte, konnte nicht anders. Er sah mich an. Er sah mich mit seinen verdammten, blauen Augen an. Blau, wie die Augen seines Vaters. Ich spürte, wie Jonathan seine Hand auf meine Schulter legte und ich spannte mich an. Würde er mich jetzt verlassen? Er hatte mich nie gefragt, wer der Vater sei, hatte es wohl schon immer geahnt, dass es nicht sein Kind war. Aber nun hatte er, mein Sohn, blaue Augen, wo doch weder ich noch mein Freund welche hatten. Die Gewissheit musste ihn gepackt haben, wie eine kalte Klaue. All die Zeit hatte er mir beigestanden, für ein Kind, das nicht seines war. Aber anstatt mich anzuschreien, streichelte Jonathan sanft meine Schulter und sah dabei wie bezaubert auf das Kind. Mein Kind. "Er ist wunderschön. Du kannst stolz sein, seine Mutter zu sein." Also hatte er es kapiert, natürlich hatte er. Jonathan übersah nie ein Detail, war so wach und nicht nur dafür liebte ich ihn so sehr. Aber seine Stimme klang so ehrlich, so aufrichtig. Er wusste, dass ich von einem anderen Mann schwanger gewesen war, diese ganzen, verdammten Monate und nahm es mir nicht übel. Fast wünschte ich mir, er würde mich anschreien, mich hassen und mir sagen, was für ein schlimmer Mensch ich war. Aber er würde es nicht tun. Denn er wusste, dass jeder Fehler machte und er liebte mich so, wie ich war. Ich fing an zu schluchzen, als mir bewusst wurde, was für einen tollen Menschen ich an meiner Seite wusste. Womit hatte ich das verdient? Die Tränen versiegten schnell und ich öffnete meine Augen, sah direkt in die von meinem wunderbaren Freund. Ich lächelte wieder und unbändige Freude vermischte sich mit meinem puren Stolz. Als ich nun wieder in die Augen meines kleinen Sohnes sah, wusste ich es. Dort, in einem Krankenhaus Bett mit meinem frischgeborenen Sohn in den Armen, wusste ich es. Eine so tiefe Gewissheit. Ich spürte Jonathans Hand, immer noch an meiner Schulter, die mich bestärkte. Meine Stimme war heiser und krächzte, als ich sprach. "Er soll James heißen", meinte ich leise und rau. Mit einem Räuspern sprach ich erneut, diesmal lauter. Liebevoll sah ich ihn an. Nein, nicht einfach nur ihn. "James."

Viele, viele Jahre später..~
"JAMES!", brüllte ich, ich schrie, ich weinte, ich schlug um mich. "JAMES!" Immer und immer wieder. Es hörte nicht auf. Dieses Entsetzen, dieser Unglaube. Es konnte nicht sein, es durfte einfach nicht wahr sein. Alles lief wie in Zeitlupe ab, grausam langsam. Das zerschmetterte Auto lag am Wegrand, die Fensterscheiben zerstört. Vorne war eine riesige Delle und feuchtes Blut klebte an den Überresten der Windschutzscheibe. Das Fahrrad war ebenfalls blutverschmiert und nur noch ein Trümmerhaufen, es war nur noch zu erahnen, was für eine Form es einst gehabt hatte. Es war wahr. Das Fahrrad meines Sohnes. Ich betete und hoffte, bitte, bitte lass alles nur ein Missverständnis sein! Es kann nicht wahr sein, es darf nicht. Ein schmerzhafter Kloß saß in meiner Kehle und eisige Klauen packten mein Herz. Dieses pochte nur schmerzhaft weiter, als wäre nichts. Ein paar Meter vom Unfallort entfernt, standen die Polizisten, beugten sich über etwas. Ihre Mienen waren steinern, verrieten nicht das geringste, zeigten nicht eine Gefühlsregung. Ich hörte nichts mehr. Nur noch das Blut, dass in meinen Ohren rauschte. Ich dachte nichts mehr. Ich wollte nur noch zu meinem Sohn. James. Mein Schrei war so laut und doch nahm ich ihn nur wie von weit entfernt war, als käme er von einer anderen Welt. Ich spürte nichts mehr. Ich war wie gelähmt und nahm die Welt um mich herum nicht mehr war. Nicht mal der Schmerz setzte ein. Da war nur noch dieses Fahrrad, dieses Blut, dieses ganze, dunkle Blut. Flackernde Lichter. Tiefe Schatten. Eine verschwommene Welt. Nur unbewusst nahm ich war, wie die Tränen meine Wangen eroberten, so viele, wie noch nie zu vor. Ich fühlte keinen Schmerz, war zu betäubt. Am Rande meines Bewusstseins, sah ich, wie ich anfing zu rennen. Es war, als stünde ich neben mir, als würde ich diese verzweifelte Mutter sehen, die sich nichts mehr wünscht, als ihren Sohn in ihre Arme zu nehmen. Ihn zu sehen, zu wissen, dass es ihm gut geht. Ich rannte, meine Schuhe schlitterten über den Asphalt. Das Absperrband. Mit all der Panik, die mich betäubte, zerriss ich es. Die Polizisten sprangen entsetzt und erschrocken auf, riefen mir etwas zu, doch ich hörte sie nicht, hörte nichts. Selbst mein Blut war verstummt, mein Herz pochte nicht mehr, setzte aus. In dieser schrecklichen Welt. So unglaublich langsam entfernten sich die Polizisten und sprangen auf, rannten auf mich zu um mich fest zu halten. Ich sah ihn. James. Bis heute bin ich mir nicht sicher, ob ich seinen Namen geschrien habe, oder nur gedacht. Plötzlich waren die Polizisten bei mir, griffen nach meinen Armen, aber ich schlug um mich, war plötzlich frei, saß neben James. Meine Knie knallten hart auf den Asphalt, doch das war nur ein minimaler Schmerz gegenüber dem, was in mir drin passierte. Wut, Frust, Angst, Panik, Trauer, unglaubliche Trauer. Ich hatte so lange nicht geweint und nun kam alles wieder hoch, die ehemals so vertrauten Gefühle. Ich schluchzte und nahm sanft seinen Kopf in meine Hände, legte ihn in meinen Schoß. Blut lief immer noch aus all seinen Wunde, doch seine Augen waren blicklos, leer. Tod. Ich hatte ihn neunzehn Jahre lang geliebt. Liebe. Er war mein Leben gewesen. Alles, nur damit ich ihn so hier liegen sah. Instinktiv strich ich ihm durchs Haar, flüsterte weinend auf ihn ein. "Schsch, alles wird gut, James.." Genauso leere Worte, wie die von Jonathan damals als alles begonnen hatte, damals als ich ein Wrack gewesen war, damals, als ich James noch nicht gehabt hatte, als er noch nicht für mich da gewesen war. Jonathan. Allein der Name tat so weh zu denken. Es war allerdings nur ein kleiner Stich im Herzen, bei dem Gedanken des Verlustes meines Sohnes. Wimmernd sah ich zu, wie sich meine Tränen mit seinem Blut vermischten. Fort. Er war für immer fort. Nie wieder würde ich ihn sehen, nie wieder seine Stimme sehen. Nie würde er mich umarmen. Nie wieder würde ich diesen unbändigen Stolz für ihn spüren. Er war fort. Und ich war allein. Allein in einer grausamen, kalten Welt, nur mit Tod und Schmerz.

Schreiend wachte ich auf. Nasser Schweiß lief meine Stirn hinab und ich keuchte laut. Ein atmen, aus atmen. Was war das gewesen? Würgend vor Angst drehte ich mich um und atmete zischend vor Erleichterung aus, als ich Jonathan neben mir erblickte, der leise schlief. Meine Hand fuhr hoch zu meinem Bauch, in dem wahrscheinlich gerade mein Baby schlummerte. Immer noch klebte der Schweiß an mir und ich atmete schwer. Es war alles nur ein Traum gewesen. Ich war schon seit fast zehn Jahren nicht mehr neunzehn und hatte nie einen James gekannt. Ich war mit Jonathan glücklich verheiratet und wir würden bald unser erstes Kind bekommen. Meine Gedanken rasten und ich versuchte verzweifelt den Traum zu vergessen. Aber es war so realistisch gewesen, all der Schmerz, er war so echt gewesen. Jonathan neben mir grunzte und sah zu mir hoch. "Ist was?", flüsterte er schlaftrunken. Ich schüttelte den Kopf, realisierte aber, dass er mich in dem Licht vermutlich nicht sehen konnte. "Nein", meinte ich nur und kuschelte mich an ihn. Alles würde gut werden. Es war nur ein Traum. Und doch ließ er mich einfach nicht los...

Soo, das war's. Wow, die Geschichte ist echt kurz. xD Ich habe gerade nicht so Lust, es zu überarbeiten, deswegen sorry für Logikfehler, etc. Ich werde es definitiv morgen noch mal lesen und mehr Gefühle, und so weiter hinzufügen. :D [Kleines Edit; hab bis zum zweiten Absatz überarbeitet! Der Rest folgt morgen] Ich hab mal zwei neue Absätze dazu geschrieben, die noch nicht wirklich überarbeitet sind, der Rest der Geschichte aber schon. :D Freue mich auf eurer Feedback, danke für's lesen!

Alles Liebe,
Gin


Zuletzt von Ginny am Fr März 31, 2017 1:50 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet


Dieser Beitrag wurde am Do März 30, 2017 7:38 pm erstellt.

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Eissturm

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[Kurzgeschichte] Plötzlich schwanger!



WoW. eine echt tolle Geschichte und die namen sind einfach zum weg schmeißen xD deine Geschichte ist echt toll und interessant (wie du auf sowas kommst auch) ich hoffe mir würde das nie passieren und dir hoffentlich auch nicht. aber ich freue mich auf deine nächste Geschi

in liebe voller pfosten :D


Dieser Beitrag wurde am Do März 30, 2017 8:04 pm erstellt.

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